Vom Wasser zum Strom

Wasserkraft ist einer der ältesten erneuerbaren Energieträger. Während früher die Kraft des Wassers rein mechanisch genutzt wurde, wird sie heute meist in Strom umgewandelt.

Ein besonders günstiges Verhältnis der Investitions- und Betriebskosten zum erzielbaren Energiegewinn bei relativ konstantem Einspeiseverhalten macht Wasserkraft zu einer wirtschaftlich attraktiven Form der ökologischen Energieerzeugung.

Das natürliche Gefälle zwischen den Talsperren im Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge sowie in den Versorgungsgebieten im Thüringer Becken und Gebirgsvorland wird zur umweltschonenden Stromerzeugung aus Wasserkraft genutzt. Der natürliche Wasserkreislauf sorgt zusammen mit Maßnahmen zur Stauung und Speicherung dafür, dass je nach Bedarf genügend Wasser zur Stromerzeugung zur Verfügung steht.

Die großen Talsperren der Thüringer Fernwasserversorgung sind grundsätzlich für die Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Roh- und Trinkwasser konzipiert. Die Energieerzeugung mithilfe von Wasserkraftanlagen an den Talsperren und in den Fernleitungsnetzen ist ein Beitrag zur Energiewende.

Auf dem Weg zur CO2-Neutralität

Zurzeit erzeugen die neun installierten Anlagen jährlich 9,5 Mio. kWh alternative Energie – ein erster Schritt, um künftig die vielfältigen Aufgaben CO2-neutral zu erfüllen.

Sechs Turbinen nutzen hierfür das in den Talsperren angestaute Wasser. Drei weitere Wasserkraftanlagen werden im Fernleitungsbereich eingesetzt und nutzen den beim Wassertransport im freien Gefälle vorhandenen Überdruck, um Strom zu generieren. Dieser wird primär zur Deckung des Energiebedarfs der Thüringer Fernwasserversorgung genutzt. Überschüsse werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Die Thüringer Fernwasserversorgung hat sich das Ziel gesetzt, alle wirtschaftlich nutzbaren Wasserkraftpotenziale zu erschließen und so die Energieeffizienz des Unternehmens weiter zu steigern. So wurden seit dem Jahr 2014 eine neue Wasserkraftanlage am Standort Arnstadt-Espenfeld installiert und zwei bestehende Wasserkraftanlagen an den Standorten Gotha-Seeberg und Erfurt-Bienstädt energetisch optimiert.

Damit wird die Stromerzeugung im Jahr 2018 auf circa 10,16 Mio. kWh pro Jahr – also um etwa 8,4 % – erhöht. Dem steht der Bezug elektrischer Energie in Höhe von circa 10,4 Mio. kWh pro Jahr gegenüber.