Einzugsgebiet

Die Einzugsgebiete der Trinkwassertalsperren (insgesamt circa 240 km² mit Beileitungsstollen) unterliegen unterschiedlichen Nutzungen wie der Wald- und Forstwirtschaft, der Landwirtschaft (Acker- und Grünland) oder Siedlungen.

Alle Trinkwassertalsperren sind von einem Wasserschutzgebiet umgeben. Der Gesetzgeber legt für dieses Wasserschutzgebiet eine Wasserschutzgebietsverordnung fest, in der unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten Aktivitäten, welche eine Verunreinigung der Talsperrenzuflüsse mit Schadstoffen, Nährstoffen und Krankheitserregern zur Folge haben können, reglementiert sind. Je nach Gefährdungsgrad (zum Beispiel Entfernung zum Gewässer) sind die Auflagen abgestuft im Rahmen von drei Schutzzonen. Der Schutzbedarf steigt von der Grenze des Einzugsgebietes über die zufließenden Gewässer bis zum Stausee an.

Die Schutzzone I umfasst im Wesentlichen den Stausee und genießt den höchsten Schutzstatus. Dort sind nur Handlungen und Einrichtungen erlaubt, die dem Betrieb oder dem Schutz der Talsperre dienen. Die Regelungen in der Schutzzone II sollen die zufließenden Gewässer vor Verunreinigungen durch direkte Einleitungen, Erosion und Abschwemmungen schützen. In der Schutzzone III, die das gesamte Einzugsgebiet umfasst, begrenzen Nutzungsbeschränkungen und Verbote die Gefährdung der Wasserqualität durch die Landnutzung (Siedlung, Industrie, Landwirtschaft, Verkehr).

Von der Talsperre zur Trinkwasseraufbereitungsanlage

Bei Trinkwassertalsperren erfolgt die Entnahme des Rohwassers entsprechend der Wassergüte aus unterschiedlichen Höhen. Die Abgabe wird mit Wasserzählern gemessen und die Qualität überwacht.

Über Stollen und/oder Rohrleitungen gelangt das Rohwasser dann in die Trinkwasseraufbereitungen. Diese Passage kann sehr kurz (zum Beispiel von der Talsperre Ohra zur Trinkwasseraufbereitungsanlage Luisenthal) sein oder auch ca. 15 km betragen (zum Beispiel von der Talsperre Leibis/Lichte zur Trinkwasseraufbereitungsanlage Zeigerheim).

Der Rohwassertransport erfolgt unter Ausnutzung des Talsperrenvordruckes (Wasserstandshöhe in der Talsperre) oder bei höher liegenden Trinkwasseraufbereitungsanlagen mittels Pumpwerken. Der Talsperrenvordruck kann gleichzeitig auch für den Betrieb der Trinkwasseraufbereitung notwendig sein, wie zum Beispiel bei der Rohwasserabgabe aus der Talsperre Schönbrunn für die Trinkwasseraufbereitungsanlage des Fernwasserzweckverbandes Südthüringen.

In solchen Fällen ist die Nutzung des Wasserkraftpotentials nicht möglich.