Optimierung der Fernwasserversorgung Ostthüringen - Technologie und Bau
Veranlassung
Nach mehreren externen und internen Untersuchungen hat sich die Thüringer Fernwasserversorgung im April 2008 entschieden, zur Optimierung der Fernwasserversorgung in Ostthüringen die Vorzugsvariante „Alleinversorgung aus der Talsperre Leibis/Lichte“ umzusetzen. Der zwischen dem Freistaat Thüringen und der Thüringer Fernwasserversorgung in 2008 abgeschlossene öffentlich-rechtliche Vertrag regelt den Zeitrahmen und die Finanzierung.Zielstellung
Im Zeitrahmen 2009 bis 2012 sind alle erforderlichen Maßnahmen zur Optimierung der Fernwasserversorgung in Ostthüringen mit einem Gesamtvolumen von 54 Millionen EUR netto zu realisieren. Die Förderung durch das Land Thüringen beträgt maximal 32 Millionen EUR netto. Mit Fertigstellung der Voraussetzung zur Alleinversorgung aus der Talsperre Leibis/Lichte ist der Rückbau der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) Dörtendorf geplant. Nach Außerbetriebnahme der TWA Dörtendorf werden die Trinkwasserschutzzonen des Talsperrensystems Weida aufgehoben und eine freizeitliche Nutzung möglich.Umfang der Maßnahmen
Zurzeit erfolgt die Versorgung von Ostthüringen über eine sogenannte „Zweibeinversorgung“. Dabei werden im Mittel 15 Tm³ Fernwasser pro Tag in der TWA Zeigerheim und 25 Tm³ pro Tag in der TWA Dörtendorf aufbereitet und über die bestehenden Netze und Pumpwerke verteilt. Die Aufbereitung des Rohwassers aus dem Talsperrensystem Weida ist sehr aufwendig und kostenintensiv. Künftig soll die gesamte Fernwasserversorgung mit Rohwasser aus der Talsperre Leibis/Lichte, welches in der TWA Zeigerheim aufbereitet (im Jahresmittel 40 Tm³ pro Tag) und über bestehende und noch zu erweiternde Fernwasserleitungen und Pumpwerke verteilt wird, erfolgen (Übersichtskarte zu den erforderlichen Baumaßnahmen).(Hinweis: Der Download des Films kann bis zu ca. 2 Minuten dauern.)
Erste Voraussetzung zur Umsetzung des Konzeptes war die Fertigstellung der Maßnahme „Rehabilitation TWA Zeigerheim". Die Realisierung der Maßnahme erfolgte in der Zeit 04/2007 bis 01/2010 und wurde mit öffentlichen Mitteln vom Land Thüringen kofinanziert. Der Probebetrieb sowie eine Leistungsfahrt der Gesamtanlage wurden in 2010 erfolgreich absolviert. Die Trinkwasseraufbereitungsanlage Zeigerheim hat den Nachweis zur Aufbereitung der erforderlichen Trinkwassermengen erbracht.
(Hinweis: Der Download des Films kann bis zu ca. 2 Minuten dauern.)
Zur Optimierung der Fernwasserversorgung sind unter Beachtung der ständigen Beibehaltung einer stabilen und sicheren Fernwasserversorgung weitere 18 Teilmaßnahmen zu realisieren. Als wesentliche Maßnahmen sind die Herstellung des Ringschlusses zwischen dem Schwarza- und dem Weidasystem mit einer 8,3 km langen Fernwasserleitung (FWL) B DN 800 zwischen Triptis und Forstwolfersdorf, die Erweiterung der vorhandenen Pumpwerke in Kolba und Weira sowie der Neubau des Pumpwerkes Döblitz zu nennen.
(Hinweis: Der Download des Films kann bis zu ca. 2 Minuten dauern.)
Realisierungsstand
Im ersten Quartal 2011 wurden die Maßnahmen Verlängerung FWL B, Umrüstung der Pumpwerke Kolba und Weira sowie die Leistungen an der FWL C und zur Umrüstung des Hochbehälters Staitz fertig gestellt, bis September 2011 das Pumpwerk Döblitz.(Hinweis: Der Download des Films kann bis zu ca. 2 Minuten dauern.)
Die Maßnahmen zur Rohwasserleitung Hainberg bis TWA Zeigerheim werden planmäßig nach europaweiter Ausschreibung im Zeitraum von März bis Oktober 2011 realisiert. Im selben Zeitfenster sind alle noch erforderlichen wesentlichen Leistungen in der TWA Zeigerheim abzuschließen, sodass der Probebetrieb der Alleinversorgung Anfang 2012 gestartet werden kann.
Bis dahin ist auch die Fertigstellung des Komplexbauwerkes Dörtendorf, welche sich seit August 2010 in der Realisierung befindet, vorgesehen.
Im östlichen Punkt des Ringsystems wird bis 2011 ein Verteilungsknoten – das Komplexbauwerk – in Dörtendorf errichtet. Hier besteht die Möglichkeit, das Ringsystem variabel zu bewirtschaften und ein stabiles und sicheres Versorgungsmanagement umzusetzen. Zur Gewährleistung der Wasserversorgung während eines Havarie- und Störfalles sind Erweiterungen von Hochbehälterkapazitäten an den Standorten der TWA Zeigerheim und des vorhandenen Hochbehälters Staitz erforderlich. Diese werden bis Mitte 2012 realisiert. Des Weiteren wurden zur Verkürzung der Havariezeiten auf der zirka 40 km langen Fernwasserleitung C zusätzlich drei Absperr- und Entleerungsmöglichkeiten errichtet sowie im Bereich der Rohwasserleitung vom Rohwasserstollenausgang der Talsperre Leibis/Lichte bis zur TWA Zeigerheim eine partielle Redundanz im Bereich schwer zugänglicher Trassenabschnitte durch die Verlegung eines parallelen Rohrleitungsabschnittes hergestellt.