Sanierung Hochbehälter 04 – Weimar-Gelmeroda

Der Hochbehälter HB 04 – Weimar-Gelmeroda ist ein Durchlaufbehälter zwischen den Ohra­fernwasserleitungen 04 und 05 (nach Jena) und verfügt über eine Speicherkapazität von 2 x 5 000 Kubikmetern. Vom Schieberhaus wird Fernwasser an den Wasserversorgungszweckverband Weimar abgegeben.

Nach der inzwischen über 45-jährigen Betriebszeit wird der Behälter und das Schieberhaus seit August 2016 bis voraussichtlich Ende 2017 umfassend saniert. Während der gesamten Baumaßnahme ist die Wasserversorgung sichergestellt.

Daten des Hochbehälters 04 – Weimar-Gelmeroda

Baujahr 1969
Behälterkammern 2
Speicherkapazität 2 x 5 000 m²
Konstruktion freitragende Kuppelbehälter aus Stahlbeton

Kurzbeschreibung des Fernwasserversorgungssystems Mittel- und Nordthüringen und deren Besonderheiten

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden erste Projekte zu einer Zentralwasserversorgung Mittelthüringens entwickelt. Durch die zunehmende Industrialisierung kam es im Thüringer Becken und den Ballungsräumen Gotha, Erfurt, Weimar und Jena zu Wasserdefiziten.

Nach dem zweiten Weltkrieg griff man diese Planungen wieder auf und begann 1960 mit der Realisierung der Fernwasserversorgung Mittel- und Nordthüringens in fünf Ausbaustufen.

Mit der Fertigstellung der Talsperre Ohra im Jahre 1967 wurde nicht nur ein bedeutendes Wasserreservoir für Thüringen geschaffen, welches Oberflächenwasser aus den im Herzen des Thüringer Waldes liegenden, nahezu unbeeinflussten Einzugsgebieten speichert, sondern gleichzeitig das touristische Gebiet mit den Eckpunkten Luisenthal, Oberhof und Tambach-Dietharz ausgebaut.

Verlegung der Ohrafernwasserleitung OFL 05 nach Jena

Heute verfügt Thüringen über eine stabile und zukunftssichere Wasserversorgung, in der die Fernwasserversorgung Mittel- und Nordthüringen bereits eine wichtige Stellung einnimmt. Dazu haben auch die Generalinstandsetzung der Talsperre Ohra (1997 – 2000) sowie die Erweiterung und Generalinstandsetzung der Trinkwasseraufbereitungsanlage Luisenthal (1993 – 2004) beigetragen.

Trinkwasseraufbereitungsanlage Luisenthal

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage Luisenthal bereitet Rohwasser aus der Talsperre Ohra zu Trinkwasser auf. Im Aufbereitungsprozess werden unerwünschte natürliche Inhaltsstoffe, wie Partikel und Trübstoffe sowie gelöste organische und anorganische Stoffe, entfernt. In mehreren Schritten wird das Wasser erst aufgehärtet, dann gereinigt und desinfiziert.

Heute wird Fernwasser über 249,4 km Fernleitungen an über 70 Übergabestellen an unsere Kunden (Zweckverbände, Stadtwerke, Kommunen) verteilt. 227 Städte und Gemeinden mit circa 700 000 Einwohnern werden vollständig oder mit Zuschusswasser versorgt. Mehr als 190 km Steuerkabel garantieren die lückenlose Überwachung und Steuerung des Verteilungsnetzes.

12 Hochbehälter mit insgesamt 112 400 m³ Speicherkapazität gleichen Verbrauchsschwankungen bei der Trinkwasserabnahme aus und überbrücken Wartungszeiten sowie technische Störungen.

Wesentliche Maßnahmen

Durch die Umsetzung folgender Maßnahmen soll die Nutzungsdauer der Anlage um 30 Jahre verlängert werden.

Neben einer umfassenden Bestandsaufnahme der wassertechnologischen Ausrüstung und gegebenenfalls deren Erneuerung werden die Behälterkammern auf ihren bautechnischen Zustand überprüft. Die Einstiegsdome werden erneuert. Die Betontreppe, Leitwand, Sohle und Kuppel der Behälter werden saniert. Weitere Maßnahmen sind:

  • Rekonstruktion der Behälterbe- und -entlüftungsanlage und die Behältereinstiege
  • Sanierung der Auflagerfugen der Lichtkuppel
  • Anpassung der rohrtechnischen Ausrüstung im Bereich der Behältereinführung
  • Anpassung der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie der Fernwirktechnik in Bezug auf die baulichen und ausrüstungstechnischen Veränderungen

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