Talsperren sind Stauanlagen, deren Bedeutung im Kreislauf des Wassers entscheidend sind. Sie regeln in bestimmten Grenzen den natürlichen Wasserabfluss. So sind einerseits in Niedrigwasserzeiten Abflusserhöhungen in den Flussläufen möglich. Andererseits schützen sie Ansiedlungen vor Hochwasserereignissen.

Das bereitgestellte Rohwasser sichert die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und gewährleistet die Lieferung von Brauchwasser zur Beregnung landwirtschaftlicher Flächen oder für industrielle Nutzungen.

Mit dem vorhandenen Wasserkraftpotenzial wird umweltfreundlich Strom erzeugt.

Bauwerke und Wasserflächen der Talsperren prägen das Landschaftsbild. Sie sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitnutzung für die Menschen.

Ihre verschiedenen Gebrauchsanforderungen und -möglichkeiten bedingen die gegenseitige Akzeptanz von Behörden, Nutzern, Öffentlichkeit und Betreiber.

Die Thüringer Fernwasserversorgung betreibt 5 versorgungswirksame Trinkwassertalsperren und 60 weitere Stauanlagen, die vor allem der Hochwasserrückhaltung, der Brauchwasserbereitstellung, der Wasserkraftgewinnung, der Berufs- und Angelsportfischerei und der Freizeitgestaltung dienen.

Betriebsvorschrift

Eine gesonderte stauanlagenspezifische Betriebsvorschrift regelt:

  • die Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für den Betrieb der Stauanlage
  • den wasserwirtschaftlichen Betriebsplan mit dem wassermengenwirtschaftlichen und gütewirtschaftlichen Betriebsplan für den Normalbetrieb und dem ereignisbezogenen Betrieb bei Hoch- und Niedrigwasser
  • Bedienungs- und Wartungsanleitungen für Verschlüsse, Betriebs- und Messeinrichtungen sowie
  • Havariepläne für besondere betriebliche Situationen

 

Anlagensicherheit

Mit ihrem umfangreichen theoretischen und praktischen Know-how gewährleistet die Thüringer Fernwasserversorgung jederzeit die notwendige Gebrauchstauglichkeit, Tragsicherheit und Dauerhaftigkeit.

Zur Beurteilung der konstruktiven und betrieblichen Stauanlagensicherheit gemäß DIN 19700-10 ist ein an die Stauanlage individuell angepasstes Überwachungssystem, bestehend aus Messeinrichtungen und visuellen Kontrollen, notwendig. Die Schwerpunkte und die Intensität der messtechnischen Bauwerksüberwachung richten sich nach der Zweckbestimmung der Anlage und ihrer konstruktiven Besonderheiten und sind in den individuellen Betriebsvorschriften geregelt.

Die Messeinrichtungen sind geeignet, sowohl das Kurz- als auch das Langzeitverhalten der Stauanlagenteile einschließlich Stauraum und Unterwasserbereich zu erfassen. Der Umgang mit dem Mess- und Kontrollsystem ist durch Mess- und Betriebsanweisungen sowie Messprogramme eindeutig geregelt.

Alle Mess- und Ergebniswerte sowie Feststellungen sind zu dokumentieren, umgehend auf Plausibilität zu prüfen und auszuwerten. Den Ursachen und möglichen Folgen ungewöhnlicher Veränderungen wird unverzüglich nachgegangen. Dokumentierung und Archivierung müssen dabei dauerhaft und sicher sein, so dass Messungen und Messergebnisse auch zu einem späteren Zeitpunkt plausibel nachvollzogen werden können.

Die Messungen tragen zur Erweiterung der Kenntnisse über das Verhalten der Bauwerke, der Baustoffe und des Untergrundes bei.

Stauanlagensicherheit umfasst:

  • Planung, Bau und Betrieb der Anlage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik
  • Notfallvorsorge durch geeignete Notfallkonzepte und -pläne auf der Grundlage von Gefährdungsabschätzungen und Schwachstellenanalysen
  • Überwachungen durch regelmäßige Messungen, Beobachtungen, Kontrollen und Funktionsproben als Eigenüberwachung des Betreibers sowie als Fremdüberwachung durch die Behörde und Sachverständige

Im Rahmen der Schadensvorbeugung sind unsere Ingenieure und Techniker ständig bemüht, die Betriebs- und Tragsicherheit sowie die allgemeine Gebrauchstauglichkeit und Funktionsfähigkeit an die allgemein anerkannten Regeln der Technik anzupassen. Letzteres gilt nicht nur für unsere Stauanlagen, sondern in gleichem Maße auch für unsere Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die Fernleitungsnetze mit den zugehörigen Streckenbauwerken, wie Hochbehältern, Schieberhäusern, Pumpwerken etc.

Durch ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm werden unsere Versorgungseinrichtungen laufend dem Stand der Technik und den gültigen Sicherheitsstandards angepasst.

Unsere Talsperren im Detail

Talsperre Heyda

Die Talsperre Heyda staut die Wipfra bei Ilmenau im südlichen Thüringen. Der Staudamm wurde als homogener Erddamm aus Ton und Schluff auf klüftigen Buntsandstein von 1980 bis 1988 errichtet. Neben dem Hauptdamm gibt es einen bis zu 6 m hohen und 200 m langen Nebendamm.

Die 1989 in Betrieb genommene Anlage diente Bewässerungszwecken, dem Hochwasserschutz des Wipfratals und der Niedrigwasseraufhöhung. Heute wird kein Wasser zur Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen mehr entnommen, dafür ist sie beliebtes Ausflugsziel, Angel- und Fischzuchtgewässer.

 

Talsperren-Klasse 1
Absperrbauwerk Homogener Erddamm
   
Höhe über Gründungssohle 18,8 m
Kronenlänge 239,0 m
Kronenbreite 3,0 m
Vollstau 416,6 mHN
Stauinhalt Vollstau 5,0 Mio. m³