Die Wasserqualität des Rohwassers, welches aus den Talsperren bereitgestellt wird, unterliegt verschiedenen Einflüssen:

Härte

Der Gehalt an Härtebildnern wie Calcium und Magnesium wird auf natürliche Weise durch die Geologie des Einzugsgebiets bestimmt und ist relativ unabhängig von dessen Nutzungsstruktur. Dieser Mineraliengehalt bestimmt die Härte des Wassers. Alle Trinkwassertalsperren Thüringens liegen in Einzugsgebieten, welche durch Urgestein (zum Beispiel Schiefer, Porphyr) geprägt sind. Aus diesen kalkfreien Gesteinen lösen sich nur wenige Mineralien. Deshalb ist das Talsperrenwasser und somit auch das daraus aufbereitete Fernwasser sehr weich und hat immer den Härtebereich 1.


Nährstoffe

Mineralische Pflanzennährstoffe, insbesondere Phosphor, können in Seen und Talsperren das Algenwachstum fördern. Algen sind sowohl im Trinkwasser als auch bereits im Rohwasser der Talsperren äußerst unerwünscht, denn die Algenbiomasse wird im Tiefenwasser der Talsperren zersetzt, wobei der Sauerstoff verbraucht wird und Stoffe entstehen, welche die Wasserqualität erheblich beeinträchtigen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Gewässerschutzes in der Vermeidung des Eintrages von Phosphor.

Während dies in den nahezu unbesiedelten Einzugsgebieten der Talsperren des Thüringer Waldes und Thüringer Schiefergebirges unproblematisch ist, müssen vor allem im Bereich der Talsperren Weida und Zeulenroda erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um den Phosphoreintrag insbesondere aus ungenügend gereinigten kommunalen Abwässern und der Landwirtschaft zu begrenzen.

Um stabile Verhältnisse der Güteklasse 1 bis 2 nach LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) zu erreichen, sollte zum Beispiel eine Grenze von 15 Mikrogramm Phosphor pro Liter nicht überschritten werden (1 Mikrogramm entspricht 10-9 kg!). Da Phosphor eine »Schlüsselrolle« für die Qualitätsentwicklung darstellt, ist er auch ein wesentliches Kriterium für die Güteklassifikation der Talsperren.

Partikel

Im Rohwasser von Talsperren befinden sich je nach Struktur des Einzugsgebiets und nach Größe bzw. Pufferkapazität der Talsperre Partikel. Dies können, vor allem im Winter bei Starkregenereignissen mineralische Bodenpartikel sein, während im Sommer in den Talsperren, abhängig vom Nährstoffgehalt, winzige Algenzellen wachsen.

Sowohl die mineralischen Partikel, als auch die Algenzellen müssen durch geeignete Wasseraufbereitungsschritte aus dem Wasser weitestgehend entfernt werden, denn an Partikeln können Krankheitserreger anheften, welche durch eine Desinfektion mit Chlor oder Chlordioxid nicht inaktiviert werden. Algen bilden oft unerwünschte Stoffwechselprodukte. Im weit verzweigten Fernwassernetz können organische und mineralische Partikel zu Ablagerungen und Verunreinigungen führen.

Schadstoffe und Krankheitserreger

Das zur Verfügung gestellte Fernwasser gelangt als Rohwasser aus gut geschützten Einzugsgebieten in die Talsperren. Der Umgang mit echten Schadstoffen (Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel, Mineralöle usw.) und Krankheitserregern ist in den Wasserschutzgebieten grundsätzlich verboten und wird analytisch streng überwacht. Daraus ergibt sich, dass für Schadstoffe seit Jahren die Grenzwerte für das Trinkwasser bereits im Rohwasser unterschritten werden.

Gleiches gilt für die Krankheitserreger in den großen unbelasteten Talsperren des Thüringer Waldes. Im Rohwasser kleinerer Talsperren und Talsperren mit dicht besiedelten Einzugsgebieten werden vor allem bei Starkregenereignissen mitunter vereinzelt Keime gefunden, die einen fäkalen Ursprung haben. Diese werden jedoch im Prozess der Wasseraufbereitung restlos beseitigt.