Der »Maßstab aller Dinge« für die Lieferung von Trinkwasser ist bei allen Wasserversorgern Deutschlands, so auch bei der Thüringer Fernwasserversorgung, die Einhaltung der strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

Die zu überwachenden Trinkwasser-Grenzwerte sind deutlich strenger als die anderer Lebensmittel (zum Beispiel von Mineralwasser). Es stellt sich die Frage, warum etwa 600 mg Kaliumnitrit/kg (= 324 mg Nitrit/kg) in rohem Schinken sein dürfen, während im Trinkwasser schon bei 0,1 mg Nitrit pro Liter das Staatliche Gesundheitsamt über diese Grenzwertüberschreitung zu informieren ist?

Bei der Festlegung der Trinkwassergrenzwerte geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Verbraucher Trinkwasser durch nichts ersetzen kann und somit lebenslänglich darauf angewiesen ist. Das heißt, überall in Deutschland, wo Wasser von öffentlichen Versorgern bereitgestellt wird, kann man lebenslänglich täglich mindestens zwei Liter Leitungswasser trinken, ohne irgendwelche gesundheitlichen Probleme befürchten zu müssen.

Die Einhaltung der strengen Grenzwerte muss das Wasserversorgungsunternehmen in einer vorgeschriebenen Überwachungshäufigkeit dokumentieren. Die Häufigkeiten richten sich nach der Menge des abgegebenen Wassers.

Die neutrale Überwachungsbehörde, das jeweils zuständige Staatliche Gesundheitsamt, führt ebenfalls Untersuchungen durch. Das Gesundheitsamt ist sofort vom Versorger zu informieren, falls Grenzwerte überschritten werden oder andere Vorfälle bekannt werden, die eine Qualitätsverschlechterung zur Folge haben könnten. Das Gesundheitsamt entscheidet über ggf. notwendige Maßnahmen, die in solchen Fällen zu treffen sind. Die Trinkwasserverordnung schreibt weiterhin vor, dass der Versorger dem Gesundheitsamt einen Maßnahmenplan vorlegt, in dem klar geregelt ist, wie im Fall von Qualitätseinschränkungen zu handeln ist.