20 Jahre Thüringer Fernwasserversorgung

Seit zwei Jahrzehnten sind die Aufgaben der ehemaligen Talsperrenverwaltung und des Fernwasserzweckverbands Nord- und Ostthüringen geeint unter dem Dach der Thüringer Fernwasserversorgung (TFW). Was am 1. Januar 2003 per Gesetz entschieden wurde, musste damals im Alltag mit Leben gefüllt werden. Am 8. Juni blickte die TFW auf die Anfänge der gemeinsamen Arbeit, aber auch auf die zukünftigen Herausforderungen.

„Thüringen ist mit seinen vielen Stauanlagen gut aufgestellt. Die Thüringer Fernwasserversorgung leistet als einer der größten Talsperrenbetreiber Deutschlands einen wesentlichen Beitrag in der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und im Hochwasserschutz“, sagte Staatsekretär Dr. Burkhard Vogel, der auch den Vorsitz des Verwaltungsrats der TFW inne hat in seiner Ansprache. Die TFW nimmt aus seiner Sicht für Thüringen einen besonderen Platz in der nationalen Wasserstrategie ein.

„Eine sichere Trinkwasserversorgung und der Hochwasserschutz nehmen eine immer zentralere Rolle im Bewusstsein der Menschen ein“, beschreibt Geschäftsführer Thomas Dirkes den Wertewandel. In Zeiten von klimatischen Veränderungen rücken bisher als selbstverständlich angenommene Ressourcen zunehmend ins Blickfeld. Lokale heftige Hochwasserereignisse veranschaulichen die Macht der Naturkräfte.

Das jederzeit zur Verfügung stehende Trinkwasser stammt überwiegend aus den Trinkwassertalsperren in Thüringen. Dahinter stehen rund 250 Mitarbeitende, die sich täglich für den Erhalt und die Unterhaltung der Stauanlagen, die Infrastruktur der Fernwasserversorgung sowie die Aufbereitung einsetzen. Viele der heutigen Mitarbeitenden waren bereits bei den Anfängen der TFW und deren Vorgängerinstitutionen dabei. Sie waren es, die als junge Ingenieure, Wasserbauer, Wasserversorger oder Elektroniker die Infrastruktur ausgebaut und gestaltet haben.

Stauanlagenmanagement und Fernwasserversorgung unter einem Dach

Der Blick zurück zeigt einmal mehr: „Wasser verbindet“. In den vergangenen Jahren schlossen sich weitere Gebiete an das Fernwassernetz an. Darunter die Region um Bad Langensalza und Sondershausen in Mittelthüringen und in Ostthüringen die Regionen um Altenburg und Schmölln. Für die gesicherte Versorgung wurde die bestehende Infrastruktur gestärkt und weitere Fernwasserleitungen und Hochbehälter entstanden. „Die zum Teil 60 bis 100 Jahre bestehenden Stauanlagen wurden von den Altvorderen des Talsperrenbaus so konzipiert, dass sie uns auch heute noch gute Dienste leisten“, sagt Thomas Dirkes. Im Jahr 2006 konnte die aktuell jüngste Trinkwassertalsperre Deutschlands, die Talsperre Leibis/Lichte zur Versorgung des Ostthüringer Raums eingeweiht werden. Auch wurden Stauanlagen zurückgebaut, darunter waren in den letzten zwanzig Jahren die Talsperre Krebsbach, der Speicher Roth I und in den letzten drei Jahren der Speicher Haina und das Hochwasserrückhaltebecken Meerchen/Gößnitz. In den Jahren 2008 bis 2011 wurde das Hochwasserrückhaltebecken Angelroda errichtet, um die Region vor der zerstörerischen Kraft des Wassers zu schützen.

„Heute sind wir vornehmlich dabei, die bestehende Infrastruktur zu erhalten und sie optimal für die zukünftigen Herausforderungen im Zuge des Klimawandels anzupassen“, sagte Thomas Dirkes mit Blick auf die großen Generalinstandsetzungen an der Talsperren Weida und Schönbrunn und der Instandsetzung und Erweiterung des Hochwasserrückhaltebeckens Straußfurt. Dies sind nur drei Leuchtturmprojekte, parallel werden die weiteren rund 130 Stauanlagen unterhalten und instandgesetzt, darunter acht Anlagen für die Trinkwasserversorgung und 22 Hochwasserrückhaltebecken.

Bei jeder Instandsetzung wurde in den vergangenen Jahren auch das Thema Wasserkraft mitgedacht. Aktuell unterhält die TFW zehn Wasserkraftanlagen, um den eigenen Stromverbrauch zu kompensieren oder auch in die örtlichen Netze einzuspeisen.

Das Firmenjubiläum hätte an keinem anderen geschichtsträchtigeren Ort als dem Areal des Talsperren- und gewässerkundliches Archivs in Tambach-Dietharz stattfinden können. Das Archiv gehört zur Thüringer Fernwasserversorgung und beherbergt sämtliche wissenschaftlich-technische Unterlagen und dokumentarische Materialien zu den Stauanlagen und dem gewässerkundlichen Betrieb des Freistaates Thüringen.

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