Abflussversuch an der Talsperre Seebach

Geplante Baumaßnahmen an der Stauanlage

An der Stauanlage Seebach werden derzeit zwei größere Maßnahmen parallel geplant: Die geotechnische Erkundung in Vorbereitung für den Zuverlässigkeitsnachweis und die Sanierung der Asphaltbetondeckwerke am Haupt- und Nebendamm.

Die Schutzschichten der beiden Dämme müssen aus Sicherheitsgründen nach knapp 50 Jahren Betriebszeit erneuert werden. Die Umsetzung der europaweit ausgeschriebenen Leistungen ist im Jahr 2023 vorgesehen.

Weiterhin erfolgen von April bis Herbst 2022 geotechnische Erkundungen in mehreren Profilen an den beiden Dammbauwerken. Zur Erkundung der Dammbauwerke und des Untergrundes werden beispielsweise Schürfe, Sondierungen, Kernbohrungen bis 32 Meter Tiefe und hydraulische Versuche entlang des 506 Meter langen Hauptdammes und des 564 Meter langen Nebendammes vorgenommen. Die Größe der beiden Dammbauwerke und die relativ dürftige Aktenlage aus der Bauzeit von 1974 bis 1976 sowie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Sachen Zuverlässigkeit erfordern diese umfassenden geotechnischen Erkundungsarbeiten. Einige Bohrungen werden anschließend zu Beobachtungsmessstellen für Grund- oder Sickerlinienpegel ausgebaut. Im April erfolgten bereits geophysikalische Messungen und erste Sondierungen. Nach Gewinnung der Materialproben und der Prüfung im Labor kann anschließend für jeden Damm ein konkretes Baugrundmodell mit aktuellen geotechnischen Parametern aufgestellt werden. Mit den Daten aus der geotechnischen Erkundung können die Zuverlässigkeitsnachweise nach aktuellem Regelwerk für jeden Damm geführt werden und damit die Zuverlässigkeit der beiden Absperrbauwerke nachgewiesen werden. Die Nachweisführung erfolgt für die Brauchwassertalsperre der Talsperrenklasse 1 nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, in diesem Fall die Euro-Codes und die DIN 19.700.

Abflussversuch an der Talsperre Seebach

Wie viel Wasser schadlos von der Talsperre an den Singelbach abgegeben werden kann, das wurde am 14. Juni bei einem Abflussversuch gemessen. Dazu wurde die Wasserabgabe von der normalen Abgabemenge 20 Liter pro Sekunde schrittweise bis auf 1,37 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Begleitet wurde die Maßnahme durch ein Kontrollprogramm entlang des Flusslaufs. Die Landgesellschaft nutzte den Probelauf gleich zur Messung des Durchflusses. Der Versuch erfolgte in Vorbereitung der im Herbst geplanten Entleerung für die Sanierung.

Funktion der Talsperrre

Die Talsperre Seebach südlich von Mühlhausen ist für die Bereitstellung von Beregnungswasser für die Landwirtschaft im Zeitraum 1974-1976 gebaut worden. Zusätzlich dient die Talsperre heute dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung, sie hat eine touristische Nutzung und dient ebenfalls als Angelgewässer. Der Gesamtstauraum verfügt bei Vollstau über einen Inhalt von 4,95 Millionen Kubikmeter und eine Staufläche von 107,5 Hektar. Wasser zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen wird auch heute noch bereitsgestellt.

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