Abgesenkter Stauspiegel an der Lütsche

Wiedereinstau ist spätestens ab 1. März geplant

Talsperre Lütsche

Seit 2011 laufen verschiedene Untersuchungen und Verfahren der Thüringer Fernwasserversorgung zum Nachweis der Zuverlässigkeit der in den 1930er Jahren erbauten Talsperre Lütsche. Der abschließende Bericht der Ergebnisse lag Anfang Januar vor. Daraus ging hervor: Die Zuverlässigkeit des Absperrbauwerkes und der wasserseitigen Hänge konnten nicht nachgewiesen werden. Somit entspricht das Absperrbauwerk der Talsperre aktuell rechnerisch nicht den Anforderungen der allgemein anerkannten Regeln der Technik und damit ebenfalls nicht den Gesetzen des Freistaates Thüringen (ThürWG § 55).

Die Thüringer Fernwasserversorgung positioniert sich klar zur Talsperre und plant die Sanierung der Anlage. Projekte in der Größenordnung sind sehr komplex. Der von der Thüringer Fernwasserversorgung favorisierte Zeitplan sieht noch in diesem Jahr die Ausschreibung der Planungsleistungen vor, sodass im Jahr 2021/2022 die Planung der Generalinstandsetzung vorgenommen werden kann und bei termingerechtem Verlauf die Realisierung für die Jahre 2023/2024 angedacht ist.

Kräfte wirken temperaturabhängig

Bis es soweit ist, darf von der Anlage keine Gefahr ausgehen. Die Kräfte wirken temperaturabhängig auf das Bauwerk. Deshalb wird mit sofortiger Wirkung der Stauspiegel im Zeitraum Dezember bis Februar abgesenkt. Um das Absperrbauwerk im Normzustand zu halten, ist im Zeitraum Dezember bis Februar eine Stauhöhe von 565,00 mHN (~5,84 mPN) einzustellen. In den Monaten März bis November kann das reguläre Sommerstauziel von 580,42 mHN (~21,26 mPN) angenommen werden. Aufgrund des fortgeschrittenen milden Winters und den mittelfristigen Wetterprognosen wurde das aktuelle Absenkziel auf 574,00 mHN (~15 mPN) festgelegt, um unnötige Härten für Fischereiberechtigte und das Ökosystem der Talsperre zu vermeiden. Das entspricht rund 373 000 m³. Ob eine Abweichung von den rechnerisch ermittelten Maximalmaßnahmen vorgenommen werden kann oder eine temperaturbedingte weitere Absenkung auf 569,00 mHN (~10 mPN = 140 000 m³) erfolgt, wird Mitte Februar zusammen mit dem betreuenden Ingenieurbüro geprüft. Der Wiedereinstau ist spätestens ab 1. März geplant soll aber nach Möglichkeit früher erfolgen. Die Thüringer Fernwasserversorgung ist bemüht unter der Prämisse der Einhaltung der Sicherheitsstandards ebenfalls die Interessen der verschiedenen Nutzer in die Entscheidungen einzubinden. Dazu werden Abstimmungen mit verschiedenen Behörden geführt und Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen auf die betroffenen Interessengruppen geprüft.

Zurück