Das Summen am Hochbehälter wird leiser

Hobbyimker Jörg Fröbel an einem der Bienenstöcke

Arnstadt-Espenfeld - Nicht nur für uns Menschen, auch für die kleinsten Tiere spürbar: Die Temperaturen nehmen allmählich ab. So bereiten sich auch die Bienen von Hobbyimker Jörg Fröbel auf den Winter vor. „Die Winterbienen unterscheiden sich optisch nicht von den Sommerbienen. Sie besitzen jedoch einen ausgeprägteren Fettkörper. Dieser dient als Energiespeicher, der sie vor den anstehenden kalten Temperaturen schützt“, erklärt der 58-Jährige, der hauptberuflich als Energieelektroniker bei der Thüringer Fernwasserversorgung arbeitet.

Um einen Blick in einen der Stöcke werfen zu können, imitiert Fröbel einen Waldbrand. Hierzu zündet er ein Stück Wellpappe mit umliegenden Tannennadeln und einem Kieferzapfen in einem kleinen Smoker an und benebelt damit den Bienenstock. Dadurch füllt die Biene ihre Honigblase, um sich einen kleinen Futtervorrat zu sichern und wird träger. „Es ist ähnlich wie bei uns Menschen, wenn wir nach einem üppigen Mittagessen ins Suppenkoma fallen“, fügt Fröbel mit einem
Schmunzeln hinzu. Die wetterfühligen Tiere sind trotz der unsteten Temperaturen zurzeit zahm und lassen „ihren“ Imker ohne unruhig zu werden nah an sich heran.

Es ist ein sehr zeit- und pflegeintensives Hobby. „Insbesondere der Schutz vor der Varroa-Milbe ist nicht nur von großer Bedeutung, sondern auch verpflichtend für jeden Imker!“, erklärt Fröbel. Diese ursprünglich aus Asien stammende Milbe überträgt Viren und ist in der Lage komplette Völker auszurotten. Nistet sie sich in der Brut ein, deformieren sich die Flügel der ausgewachsenen Biene so stark, dass sie flugunfähig wird. Fröbel setzt hierfür Ameisen- und Oxalsäure ein, ökologische Mittel, welche seine Carnica- oder auch Kärntner-Biene vor den Parasiten schützen. Auch wenn die eigenen Völker milbenfrei sind, muss dennoch regelmäßig behandelt werden. Halten sich Imker nicht an die vorgeschriebenen Behandlungen, besteht die Gefahr, dass befallene Bienen eines anderen Volkes die Milbe in einen gesunden Stock (erneut) eintragen.

Fröbel pachtet eine kleine Fläche auf dem Gelände einer Anlage der Thüringer Fernwasserversorgung. „Die knapp 30 m² reichen vollkommen aus. Zudem muss ich mir keine Sorgen um Diebe oder Vandalismus machen; der Schutz der Anlage bietet zugleich meinen Bienen Schutz.“

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