Gewässerrenaturierung an Rinne und Rottenbach genehmigt – Flächensicherung wird fortgeführt

Beispiel für einen naturfernen Ausgangszustand der Rinne: gerader Verlauf, einheitliche Tiefe, Befestigungen, strukturarme Gehölzreihen. Foto: Dr. Rainer Scheibke, emc GmbH

An den Gewässern Rinne und Rottenbach sollen abschnittsweise Umgestaltungen zur Renaturierung des Gewässers erfolgen. Die Maßnahmen wurden bereits 2009 im Gewässerrahmenplan der damaligen Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie zur Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie aus der Analyse des Ist-Zustandes abgeleitet. Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) setzt nun Teile dieses Planes als eine von 40 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Kompensation von Eingriffen in den Naturhaushalt um. Die Eingriffe waren beim Bau der Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte im Thüringer Schiefergebirge entstanden.

Ziele der Maßnahmen zur Renaturierung sind:

  • Herstellen der Durchgängigkeit der Rinne für Fische und Kleinlebewesen an drei Querbauwerken
  • Erhöhung der Strukturvielfalt im Gewässer (Uferböschungen, Gewässertiefe und -breite)
  • Ausweisung von Entwicklungskorridoren für Laufverlagerungen und Uferabbrüche
  • Schaffung naturnaher Ufervegetation aus Bäumen, Stauden und/oder eingeschränkter landwirtschaftlicher Grünlandnutzung
Beispiel für die Rinne in naturnahmen Zustand (Zielzustand): Laufänderung, Tiefenvarianz, Breitenvarianz, keine Befestigungen, Böschungen unterschiedlicher Neigung. Foto: Christoph Altmannshofer, emc GmbH

Die betroffenen Abschnitte an der Rinne liegen hinter dem Klärwerk Rottenbach, zwischen Ober- und Unterköditz sowie an der Oberköditzer Mühle. Am Rottenbach werden die Abschnitte zwischen Milbitz und Rottenbach sowie in Rottenbach zwischen der Bahnbrücke und der Mündung in die Rinne renaturiert. Für die Genehmigung der Maßnahmen wurde ein Planänderungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit bei der oberen Wasserbehörde durchgeführt. Mit dem Planänderungsbeschluss des Thüringer Landesamtes für Umwelt Bergbau und Naturschutz vom 04.06.2019 rückt die Umsetzung der Pläne nun näher.

Da die Stadt Königsee (auch als Mitglied im Gewässerunterhaltungsverband Schwarza/Königseer Rinne) für die Gewässerunterhaltung von Rinne und Rottenbach zuständig ist, wurde frühzeitig eine Zusammenarbeit mit der TFW, als Mittelgeberin vereinbart.

Für die Flächen, die zur Renaturierung benötigt werden, sind Verträge zum Kauf oder zur Eintragung einer Grunddienstbarkeit abzuschließen, da nur mit einer dauerhaften Sicherung der Flächen die naturschutzfachliche Aufwertung für die Ersatzmaßnahme anerkannt wird. Bereits im Vorfeld der Planungen wurden die jeweiligen Eigentümer und Pächter informiert und konnten zur bevorzugten Vertragsart Stellung nehmen. Dies umfasste auch die Flächen, die nur bauzeitlich benötigt werden. Die Stadt Königsee wird in den nächsten Wochen entsprechende Angebote zum Kauf oder Entschädigung unterbreiten.

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