Erneuerung der Fernwasserleitung OFL 04 abgeschlossen

Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) hat eine vorhandene Fernwasserleitung aus den 1960er Jahren zwischen dem Hochbehälter 03 im Willroder Forst bei Erfurt und dem Schachtbauwerk 5 in der Gemarkung Niedernissa erneuert. Seit dem 15. Dezember fließt das Fernwasser aus der Talsperre Ohra auf dem Abschnitt durch die neue Leitung. Dank der engen Zusammenarbeit der über die Leitung mit Fernwasser belieferten Wasserversorger konnten bauzeitliche Versorgungsausfälle für die über 3.000 Einwohner des betroffenen Abschnitts minimal gehalten werden.

Stahl ersetzt Spannbeton

Neuer Rohrabschnitt vor dem Einbau
Neuer Rohrabschnitt vor dem Einbau

Auf einer Gesamtlänge von 3,3 Kilometern wurde nach entsprechender Planung die bereits in den 1960er Jahren verlegte Spannbetonleitung DN 800 durch eine neue Stahlrohrleitung DN 600 ersetzt. Anlass für die Baumaßnahme war die in die Jahre gekommene Altleitung im betroffenen Fernleitungsabschnitt: In den vergangenen Jahren kam es zu verschiedenen Rohrschäden mit Wasseraustritten. Am 15. Dezember hat die TFW die rohrtechnischen Maßnahmen zur Rehabilitation der Ohrafernleitung 04 mit der Einbindung des letzten, etwa 250 Meter langen Rohrleitungsabschnittes abgeschlossen. Die Maßnahme konnte ohne Versorgungseinschränkungen für die angeschlossenen Zweckverbände und deren Abnehmer erfolgen. Mit dem vollständigen Rückbau der Altleitung wurde bereits begonnen.

Erste Außerbetriebnahme im Oktober

Die Einbindung der neuen Leitung konnte nur in zwei Schritten vorgenommen werden. Die Querung des Pfingsttalgrabens am Rande des Hopfenbergs musste aus naturschutzfachlichen Gründen in der vorhandenen Trasse erfolgen, weshalb hier auf etwa 300 Metern Länge die neue Leitung in die Altleitung eingezogen wurde. Eine erste Außerbetriebnahme des betroffenen Leitungsabschnittes erfolgte daher bereits im Oktober dieses Jahres. Hierfür wurde auf dem entsprechenden Teilstück eine provisorische, oberirdisch verlegte Leitung eingebunden. Gleichzeitig wurde die Altleitung außer Betrieb genommen und für den Leitungseinzug vorbereitet. Die Einbindearbeiten dauerten etwa 40 Stunden. In dieser Zeit wurde die ersatzweise Versorgung mit Trinkwasser in enger Abstimmung mit der TFW durch den Wasserversorgungszweckverband Weimar sichergestellt.

Enge Zusammenarbeit der Wasserversorger

„Die erfolgreiche Umbindung der Ohrafernleitung 04 ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit der betroffenen Wasserversorger“, erklärt Kristin Hövel, Fachingenieurin Rohrnetz der TFW. „Dadurch, dass wir im Vorfeld gemeinsam Lösungen diskutiert und diese technisch konsequent umgesetzt haben, konnten wir einen Versorgungsausfall minimieren und Trinkwasser in verlässlichen Mengen bereitstellen“. Ihr besonderer Dank gelte dem Wasserversorgungszweckverband Weimar für die Ersatzversorgung sowie der Thüringen Wasser GmbH für die Umsetzung vor Ort.

Umfangreiche Investitionsmaßnahmen

Neues Schachtbauwerk zur Streckenabsperrung und Spülung der Fernleitung in der Gemarkung Niedernissa

Im Zuge der Rehabilitationsmaßnahmen wurden insgesamt fünf Entleerungs-, Absperr- sowie Belüftungs- und Entlüftungsbauwerke neu errichtet, der kathodische Korrosionsschutz erneuert und neue Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik installiert. Für die Erneuerung des Leitungsabschnittes hat die Thüringer Fernwasserversorgung insgesamt 5,7 Mio. Euro investiert. Durch die Maßnahmen ist die Leitungsnutzung für weitere 60 Jahre gesichert.

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