Fast 500 Meter Schlauch in der Talsperre Großbrembach

Zu wenig Sauerstoff für so viele Nährstoffe im Wasser

Großbrembach - Die Thüringer Fernwasserversorgung verlegte am 11. Juli Sauerstoffmatten auf dem Grund der Talsperre Großbrembach. 18 dieser Metallrahmen mit jeweils über 25 Metern Schlauch wurden von den Mitarbeitern der Thüringer Fernwasserversorgung im Wasserkörper positioniert und ausgerichtet. 

Grund für die erneut notwenigen Maßnahmen sind die zu hohen Nährstoffeinträge im Wasser, welche das Algenwachstum ankurbeln. Sterben die Algen ab und sinken nach unten, verbrauchen sie die gering vorhandene Menge Sauerstoff und es entsteht dadurch übel riechender Schwefelwasserstoff. – Die übermäßig vielen Algen und Bakterien, die von den absterben Algen leben, atmen, somit müssen wir den See beatmen – Über winzige Löcher perlt der Sauerstoff vom Grund des Stausees nach oben, ohne dass eine Bläschenbildung sichtbar sein wird. Der eingetragene Sauerstoff löst sich und oxidiert die geruchsbildenden Stoffe im Wasser bevor er die Oberfläche erreicht hat. Darüber hinaus wird bereits Wasserstoffperoxid in den Unterlauf der Talsperre eingetragen. Wasserstoffperoxid führt ebenfalls dazu, dass Schwefelwasserstoff oxidiert wird, wodurch der Geruch verschwindet.

Die Sorgen der Bürger werden seitens der Thüringer Fernwasserversorgung ernst genommen. Das Vierfache an Sauerstoff wird nun über die Schläuche ins Wasser gespeist, dass bedeutet ein Auffüllen des O2-Tanks, alle vier Tage. Zudem werden die Ergebnisse der Maßnahme mit regelmäßigen Messungen überwacht. Perspektivisch ist es jedoch von größter Bedeutung die Einträge durch eine ordnungsgemäße und ausreichende Behandlung der kommunalen Abwässer im Einzugsgebiet konsequent zu minimieren. Die notwendigen Fördermittel wurden vom Abwasserzweckverband Nordkreis Weimar beantragt. Nach entsprechender Planung und Genehmigung soll die bauliche und technische Umsetzung der Maßnahmen zur Verringerung der Phosphoreinträge schrittweise erfolgen.

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