Ersatz für Rohrbrücke im Elstertal

Neue Trinkwasserleitung verläuft unter der Weißen Elster und Bahnstrecke

Verlegung der Trinkwasserleitung als Düker

Berga/Elster – Am 18. Juni verlegte die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) rund 50 Meter Rohrsystem für die Trinkwasserversorgung unter der Weißen Elster hindurch. Die neue 700 Millimeter starke Fernwasserleitung sichert zukünftig als Teilabschnitt die Versorgungsstrecke nach Gera und Altenburg sowie bis nach Sachsen hinein. Acht Stunden wurde das Rohrsystem als sogenannter Düker von Kränen auf beiden Seiten des Ufers behutsam in die Weiße Elster verlegt. Im weiteren Verlauf wird die Leitung die Bahnstrecke unterführen. In der Nacht zuvor erfolgte in Abstimmung mit der Bahn bereits die Errichtung der Kräne. Die gesamte Baumaßnahme wurde mit dem Bahnverkehr auf der Strecke zeitlich abgestimmt. Die zukünftigen Versorgungsleitungen liegen jetzt rund 1,5 Meter unter dem Flussbett und nicht wie bisher auf einer gut 15 Meter hohen Brücke über dem Tal, was für die Planer und ausführenden Gewerke eine Herausforderung war. Die TFW geht von einer Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme im Dezember 2019 aus.

Hinweise für Wassersportler sind aufgestellt und der ortsansässige Kanuverleih wurde auf die Gefahren während der Baumaßnahmen hingewiesen. Für Radfahrer und Wanderer ist der Radwanderweg in gewohnter Weise nutzbar, der Baustellenbetrieb befindet sich außerhalb des Bereichs. Die Zufahrt zu der Baustelle erfolgt über die bestehenden Forstwege und im Süden über die Ortschaft Clodra.

Warum die Verlegung als Düker erfolgt

Hintergrund der umfangreichen Baumaßnahme ist der Sanierungsbedarf der Rohrbrücke. Die 1970 erbaute Rohrbrücke für die Fernwasserleitung von der ehemaligen Trinkwasseraufbereitungsanlage Dörtendorf kommend über Gera nach Altenburg ist in die Jahre gekommen und eine grundhafte Sanierung stand an. Die Stand- und Verkehrssicherheit der Brücke sind beeinträchtigt, das ergab ein Gutachten im Auftrag der TFW. Seitdem erfolgten Sicherungsarbeiten. Parallel wurden verschiedene Varianten für die Sanierung der Brücke umfangreich geprüft. Als beständigste und sicherste Maßnahme auf der Teilstrecke ging die Verlegung der Fernleitung im Erdreich hervor. Damit verbunden sind die Gewässerkreuzung und der Abriss der alten Rohrbrücke. Auch in Hochwassersituationen stellt diese Variante die sicherste Lösung dar. Im Oktober 2018 lag die Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes nebst Auflagen aus naturschutzrechtlichen Belangen vor. Im Anschluss begannen umfangreiche bauvorbereitende Maßnahmen der TFW, wie die Errichtung einer Gleisüberfahrt über die Bahnstrecke der Deutschen Bahn AG sowie Rodungsarbeiten im zukünftigen Baubereich. Maßnahmen im Rahmen des Naturschutzes erfolgten in Abstimmung eines Umweltplaners, so wurden beispielsweise Fische abgefischt und umgesetzt, Schutzmaßnahmen im Uferbereich getroffen und Sicherungsmaßnahmen für Kriechtiere rund um das Baufeld eingerichtet.

Zurück