Renaturierung der Werraaue verzögert sich

Biberrevier in der Werraaue gesichtet

Untersuhl – Die Renaturierung der Werraaue im Bereich Untersuhl durch die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) wird um ein Jahr verschoben. Grund für den vorübergehenden Stopp der Maßnahmen ist ein Biberrevier in unmittelbarer Nähe des Baufeldes.

Das Vorhaben zur Schaffung eines ursprünglichen Gewässerverlaufs auf Teilstücken der Bachläufe Rhedengraben und Weihe wird infolge vorgefundener Aktivitätsspuren von vermutlich einem Biberpaar mit seinen Jungtieren verschoben. Die geplanten Baumfällungen werden für diese Saison ausgesetzt, um dem Biber die Hauptnahrungsquelle in der Winterzeit zu erhalten. Auch der Rückbau eines Brückenbauwerkes kann erst nach Verlegung des festgestellten Biberdammes erfolgen. Für den streng unter Naturschutz stehenden Bestand werden in Absprache mit der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde im Vorfeld der Hauptbaumaßnahme bereits bestehende ökologische Schutzkonzepte erweitert.

Die geplante Renaturierung durch die TFW erfolgt im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte im Lichtetal im Thüringer Schiefergebirge. Die Trinkwassertalsperre wurde 2013 in Betrieb genommen und versorgt rund 400.000 Haushalte in Ostthüringen. Bereits mit dem Planfeststellungsbeschluss von 1998 wurde eine Maßnahme in der Werraaue als eine der 33 Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Kompensation der entstandenen Eingriffe in den Naturhaushalt festgelegt. Mit Planergänzungsbeschluss von 2013 wurde die Maßnahme in Untersuhl konkretisiert. Die beiden Bachläufe Rhedengraben und Weihe waren im Zuge der historischen Entwicklung mehrfach umgelegt und zum Teil begradigt worden, sodass sie sich von ihrem natürlichen Erscheinungsbild weitgehend entfernten.

Ursprünglich sollte im vergangenen September eine Baufeldfreimachung durch Mahd der Wiesen und Böschungen mit simultaner Begleitung des Kampfmittelräumdienstes auf dem ehemaligen Grenzgebiet erfolgen. Ab Oktober waren Baumfällungen und die Hauptbaumaßnahme zur Umgestaltung des zu renaturierenden Bereichs vorgesehen. Das gesamte Naturschutzvorhaben für die Schaffung des ursprünglichen Gewässerverlaufes auf dem Teilstück des sogenannten „Grünen Bandes“ in Untersuhl orientiert sich hauptsächlich an den engen Eingriffszeiträumen in den vorhandenen Naturschutzgebieten. Hinsichtlich der strikt vorgegeben Ausführungszeiträume für einen Großteil der Baumaßnahme kann die Umsetzung aufgrund der Überplanung bestehender ökologischer Schutzkonzepte erst ab Oktober 2020 bis Februar 2021 fortgesetzt werden.

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