Sauerstoff für Talsperre Großbrembach

Ab 4. Mai gibt die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) Sauerstoff dem Tiefenwasser der Talsperre Großbrembach zu, um Geruchsbildungen im Unterlauf abzuschwächen. Ursache für den Sauerstoffmangel sind die hohen Einträge von Algennährstoffen in die Talsperre.

TFW startet verdichtetes Messprogamm

Sauerstofftank an der Talsperre Großbrembach

Die vorsommerlichen Temperaturen führen wie in jedem Jahr dazu, dass sich im Wasserkörper der Talsperre ein sogenannter Temperaturgradient aufbaut und das Wasser nicht mehr zirkuliert. Dadurch gelangt kein natürlicher Sauerstoff mehr in die Tiefe, der für die Umsetzung der nun im Übermaß wachsenden Algen nötig ist. Das führt zu starker Geruchsbildung, wenn die Talsperre nun nicht künstlich beatmet wird. Die dafür im letzten Sommer verlegten Sauerstoffmatten im Stauraum der Talsperre sollen ab 4. Mai die Folgen der Stagnation der kalten und warmen Wasserschicht vermindern. Aus den winzigen Löchern der am Grund verlegten Schläuche perlt dann der Sauerstoff in den Wasserkörper. Die TFW investiert nicht nur in die Anlage und den Sauerstoff, auch der personelle Aufwand ist erhöht. Die Kontrollen und das Messprogramm an der Talsperre werden hochgefahren. Die regelmäßige Sauerstofflieferung und die Steuerung der Anlage müssen auch in „Corona-Zeiten“ sichergestellt werden. 14-tägige Tiefenmessungen der Qualität in 1-Meter-Schritten, die Auswertung der Daten und die regelmäßige Abstimmung mit Behörden, Kommunalvertretern und Abwasserzweckverband sind inzwischen Alltag an der Talsperre Großbrembach. Dort ist der Aufwand um ein Vielfaches höher als an sauberen Talsperren, ohne diese Qualitätsprobleme.

Befüllung des Sauerstofftanks

Die Maßnahmen sind erforderlich, da das warme Wasser an der Oberfläche mit aktuell rund 14 Grad Celsius und das noch kalte Wasser in der Tiefe mit rund 9 Grad Celsius durch die hohen Unterschiede Schichten bilden und sich nicht mehr durchmischen. Das starke Algenwachstum verringert die Nährstoffe in der oberen Schicht. Sterben die Algen ab und sinken nach unten, verbrauchen sie die gering vorhandene Menge Sauerstoff und es entsteht der stark riechende Schwefelwasserstoff. Die Sauerstoffsättigung liegt am Grund aktuell bei 50 Prozent. Das Wasser in den oberen Schichten hat aufgrund des starken Algenwachstums einen hohen pH-Wert, was den Lebensraum der Fische einschränkt. Diese Entwicklung soll mit den Maßnahmen verhindert werden. Mit der Sauerstoffzugabe verhilft die TFW zu einem vergrößerten Lebensraum für die Fische und mildert die Geruchsentwicklung am Ablauf zur Scherkonde, in naher Ortslage.

Perspektivisch ist es jedoch von größter Bedeutung, die Einträge durch eine ordnungsgemäße und ausreichende Behandlung der kommunalen Abwässer im Einzugsgebiet konsequent zu minimieren. Die notwendigen Fördermittel für die Sanierung der Abwasseranlagen wurden dem Abwasserzweckverband Nordkreis Weimar im vergangenen Jahr bereitgestellt. Die Modernisierung der Kläranlage Krautheim soll bis Jahresende 2020 abgeschlossen sein und der notwendige Abwasserkanal wird 2021 fertiggestellt. In den Jahren 2021/2022 ist der Anschluss der Ortslage Schwerstedt vorgesehen. Insgesamt sollen die Abwässer von 2200 Einwohnern nun entsprechend dem Stand der Technik behandelt werden. Dafür werden Eigenmittel sowie Fördermittel in Höhe von rund vier Mio. Euro investiert. Somit werden weitere Schritte umgesetzt, um die hohen Phosphoreinträge zu verringern.

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