Talsperre Greiz-Dölau: Verbesserung der Hochwassersicherheit

Nebendamm der Talsperre Greiz-Dölau mit Elsterradweg

Greiz-Dölau – Am 23. November beginnen an der Talsperre Greiz-Dölau die Baumaßnahmen zur Verbesserung der Hochwassersicherheit. Die Maßnahmen erfolgen etappenweise und beginnen am Nebendamm der Stauanlage. Etwa zeitgleich wird zur Vorbereitung der Arbeiten am Hauptdamm ein Mittelspannungskabel umverlegt. Mit Beginn der Baumaßnahmen wird der Elsterradweg im kompletten Bereich des Nebendamms zwischen Noßwitz und der Schaltis-Insel gesperrt. Die Umleitung für Radfahrer erfolgt über die Bundesstraße 92. Eine bauzeitliche Absenkung des Stauspiegels ist derzeit nicht geplant.

Im Februar 2021 soll planmäßig mit der Hauptbauleistung am Hauptdamm begonnen werden. Zur Herstellung eines überströmbaren Hauptdammes werden im Bereich der Dammkrone sogenannte geosynthetische Betonmatten aufgebracht. Bei dieser Form des Erosions- und Böschungsschutzes werden maßgeschneiderte röhrenförmige Gitterraster mit fließfähigem Beton verfüllt. Dadurch entsteht eine monolithische, fugenlose Betonmatte, die auch komplexere morphologische Oberflächen zuverlässig abdichtet. Im Zuge der Baumaßnahmen werden die bestehende Infrastruktur sowie vorhandene Mess- und Kontrolleinrichtungen am Hauptdamm erneuert und angepasst. Der Entnahmeturm wird ebenfalls saniert und ertüchtigt. Die Maßnahmen dienen der Sicherung des Absperrbauwerks gegenüber Hochwässern der Weißen Elster jenseits des Bemessungshochwassers.

Am Nebendamm wird eine neue Hochwasserentlastungsanlage in Form einer rund zehn Meter breiten Dammscharte geschaffen. Diese erfüllt eine doppelte Funktion: Zum einen können Hochwässer aus dem Eigeneinzugsgebiet der Talsperre planmäßig und schadlos in die Weiße Elster abgeführt werden, zum anderen erfolgt über dieses Bauwerk bei extremen Hochwässern des Flusses die planmäßige Auffüllung des Stauraums bis zum Wasserspiegelausgleich und im Extremfall auch bis zur Ableitung über den überströmbar ausgebildeten Hauptdamm.

Die Bauarbeiten am Nebendamm sollen bis Februar 2021 beendet sein, die Arbeiten am Hauptdamm können voraussichtlich im September 2021 abgeschlossen werden.

Hintergrund

Hauptdamm der Talsperre Greiz-Dölau mit Wasserentnahmeturm

Die Talsperre Greiz-Dölau wurde in den Jahren 1949 bis 1954 durch den Weiße-Elster-Verband als „Speicher Greiz-Dölau“ errichtet. Die Stauanlage liegt in einer ehemaligen Flussschleife der Weißen Elster und dient im Falle der Hoch- und Niedrigwasserführung des Flusses der Speicherung und Bereitstellung von Brauchwasser für das Chemiewerk Nouryon GmbH. Früher diente sie auch der Trinkwasserversorgung der Stadt Greiz.

Im Jahr 2006 wurde die Stauanlage auf der Grundlage der für Thüringen geltenden novellierten „Thüringer Technischen Anleitung in Verbindung mit der für Stauanlagen gültigen nationalen Norm DIN 19700:2004-07 Stauanlagen“ von der bisherigen Talsperrenklasse 3 in die Talsperrenklasse 2 hochgestuft. Aus dieser Neuklassifizierung sowie aufgrund konstruktiver Defizite an der bestehenden Hochwasserentlastungsanlage im Entnahmeturm wurde im Sommer 2009 durch die Stauanlagenaufsicht des Thüringer Landesverwaltungsamtes eine Gefahrenabwehranordnung erlassen und die Herstellung der normgerechten Hochwassersicherheit angeordnet.

In den Jahren 2013 bis 2017 folgten ein hydrologisches Gutachten und Studien zur Verbesserung der Überflutungssicherheit sowie zur DIN-Anpassung der Stauanlage. Im Jahr 2018 begannen die Planungen für das Bauvorhaben. Anfang März 2019 lag die wasserrechtliche Entscheidung vor und das Landratsamt Greiz erteilte die erforderliche Plangenehmigung.

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