Talsperren sind beliebte Ausflugsziele

Thüringen – Sommerliche Temperaturen und eingeschränkte Reisemöglichkeiten in Corona-Zeiten lassen die Thüringer Talsperren als Ausflugsziele in der Region aufleben. Sie bieten einen Ort der Erholung. Wer ans oder gar ins Wasser möchte, sollte sich zuvor informieren, an welchen Stauanlagen dies erlaubt ist und mögliche Gefahren kennen.

Wegweiser an der Talsperre Schmalwasser

Wandern auf den offiziellen Wegen und auch sportliche Aktivitäten, wie Radfahren oder Joggen, sind an allen Talsperren erlaubt. An den Trinkwassertalsperren ist die behördlich ausgewiesene Wasserschutzzone I zum Schutz des Trinkwassers zu beachten. Dazu gehören der komplette Uferbereich und der Wasserkörper. Hier gelten strikte Betretungsverbote außerhalb von Wegen. Das Lagern, Grillen sowie das Baden und Wassersport aller Art sind verboten. Auch Besucher mit Tieren sind dazu angehalten, für diese Vorrat mitzubringen. Hunde oder Pferde dürfen nicht am Stausee tränken oder darin baden. All das gefährdet die hohe Qualität des Wassers, was später zu Trinkwasser aufbereitet wird und aus dem Wasserhahn fließt. Die Trinkwasserversorgung und somit Regeln der Wasserschutzgebietsverordnungen haben Vorrang vor dem Badevergnügen. Zu den Stauanlagen mit Schutzstatus für die Trinkwasserversorgung gehören in Thüringen folgende Talsperren und deren Vorsperren:

  • Talsperre Ohra,
  • Talsperre Leibis/Lichte,
  • Talsperre Schönbrunn,
  • Talsperre Scheibe-Alsbach,
  • Talsperre Neustadt,
  • Talsperre Schmalwasser,
  • Talsperre Tambach-Dietharz,
  • Talsperre Oberschönau und die
  • Talsperre Erletor.

Die TFW kündigt verstärkte Kontrollen an, die in Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden und Polizeistellen an Trinkwassertalsperren durchgeführt werden. Verstöße werden gemäß dem Thüringer Wasserhaushaltsgesetz mit Bußgeldern geahndet.

Offizielle Badestellen

Wer einen Ort für die Naherholung sucht, kann sich an den sonstigen Stauanlagen im Freistaat Thüringen aufhalten. Darunter sind die Talsperren Zeulenroda, Lütsche und Ratscher, an denen es auch amtlich kontrollierte Badestellen gibt. An den anderen Talsperren der TFW gilt das sogenannte Recht auf Gemeingebrauch. Das Baden in den Stauanlagen ohne amtlich ausgewiesene Badestellen kann jedoch riskant sein und erfolgt immer auf eigene Gefahr. Wer in diesen Gewässern badet, sollte sich den möglichen Risiken bewusst sein und eigenverantwortlich entscheiden. Lebensgefahr besteht im Bereich der Betriebsanlagen, weshalb dort Badeverbot herrscht. In die Entnahmerohre direkt unter der Wasseroberfläche könnten Schwimmer und Taucher gesaugt werden, weil dort eine weiträumige Sogwirkung herrscht, die im trüben Wasser nicht erkannt wird. Im Stausee befinden sich oft technische Anlagen wie Seile und Schläuche zur Belüftung des Wassers. Auch Verankerungen von Bojen oder sonstige Fremdkörper sind für Schwimmer teilweise nicht sichtbar. Bei verlandeten Stauräumen besteht die Gefahr des Einsinkens. Im trüben Wasser der Brauchwassertalsperren ist eine Wasserrettung nahezu aussichtslos. Auch können im Wasser Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten sein, welche Magen- und Darminfektionen auslösen können. Im Hoch- und Spätsommer ist das Wachstum toxischer Blaualgen nicht auszuschließen, die beim Verschlucken Vergiftungserscheinungen zur Folge haben können.

Generell gilt an allen Talsperren das Gebot, die genutzten Plätze frei von Müll zu verlassen. Die TFW weist auf die Rücksichtnahme auf die Natur und in Corona-Zeiten auf die Beachtung der Abstandsregelungen zu anderen Besuchern hin. Das beginnt bereits bei der Anreise und Wahl des Parkplatzes. Wildes Parken im Wald ist in trockenen Zeiten höchst gefährlich.

Hinweise zur Wasserqualität für Badende an Talsperren ohne Wasserschutzgebiet

Nahezu alle Stauanlagen, ausgenommen die Trinkwassertalsperren, sind eutrophiert, das heißt nährstoff- und algenreich. Vor allem im Hoch- und Spätsommer können deshalb dort toxische Cyanobakterien ("Blaualgen") wachsen. Nach dem Verschlucken, z. B. beim Schwimmen oder Spielen von Kindern sind Durchfälle oder Erbrechen typische Symptome. Ausscheidungen aller Algen können darüber hinaus zu allergischen Hautreaktionen führen.

In Stauseen mit vielen Wasserpflanzen können sich sogenannte Cerkarien in die Haut von Badenden „bohren“. Dies sind mikroskopisch kleine Würmer, die normalerweise in Wassergeflügel parasitieren. Der Mensch dient als "Fehlwirt" und die Parasiten eitern nach einigen Tagen aus den sich bildenden Pickeln heraus.

Da die Brauchwassertalsperren kein Wasserschutzgebiet haben, kommt es dort nach stärkeren Regenfällen zum Eintrag von Krankheitserregern aus kommunalen und landwirtschaftlichen Abwässern. Dies können Bakterien (pathogene enterohämorrhagische E.coli), Viren (Adenoviren) oder Parasiten (Cryptosporidien oder Giardien) sein. In den meisten Fällen führen Infektionen mit diesen Erregern zu akuten Magen-/Darmerkrankungen.

Aufgrund der starken Trübung des Wassers ist eine Wasserrettung von Kindern oder Gebrechlichen auch im flachen Wasser sehr schwer.

Badestellen an natürlichen und kontrollierten Badegewässern in Thüringen. http://twisth.thueringen.de/

Schutzzonen

Allgemeine Sicherheitshinweise

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