TFW und WAZV bauen Wasserinfrastruktur in Arnstadt aus

Fördermittel für erweiterten Anschluss des Gewerbegebiets „Erfurter Kreuz“

Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) erweitert ihre Wasserabgabekapazitäten in Thüringens größtem Gewerbegebiet „Erfurter Kreuz“ bei Arnstadt. Anlass ist der absehbar steigende Trinkwasserbedarf durch die Ansiedlung weiterer Industrieunternehmen am Gewerbestandort. Das Projekt wird vom Wasser- und Abwasserzweckverband Arnstadt und Umgebung (WAZV) geplant und gemeinsam mit der TFW realisiert. Das Land Thüringen fördert das Bauvorhaben mit rund einer halben Mio. Euro.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergibt einen Fördermittelbescheid an den Vorsitzenden des WAZV Lars Petermann
Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergibt den
Fördermittelbescheid an den WAZV-Vorsitzenden Lars Petermann

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergab am 6. Oktober in Arnstadt einen Fördermittelbescheid über 542.240 Euro an den WAZV Arnstadt und Umgebung. Mit den Geldern soll die Errichtung eines neuen Übergabe- und Abgabebauwerks von der Ohrafernleitung 03 der TFW realisiert werden. Der gesamte Planungs- und Baukostenaufwand beträgt circa eine Million Euro.

Erste Planungen zur Erweiterung der Wasserabgabemengen für das Gewerbegebiet Erfurter Kreuz durch TFW und WAZV wurden bereits im Jahr 2009 angestoßen. Das Vorhaben wurde allerdings durch den kurzfristigen Rückzug eines Solarunternehmens vom Gewerbestandort zunächst wieder auf Eis gelegt. Im Jahr 2020 wurden die Planungen wiederaufgenommen. Grund dafür ist die Mehrbedarfsanzeige des chinesischen Batterieherstellers „Contemporary Amperex Technology Limited“ (CATL), der derzeit seinen ersten Produktionsstandort außerhalb Chinas am Erfurter Kreuz in Arnstadt errichtet.

Eine Produktionsstätte eines Batterieproduktionswerkes bei Arnstadt im Aufbau
Der chinesische Batteriehersteller CATL baut im Gewerbegebiet
"Erfurter Kreuz" bei Arnstadt

Bis zur Inbetriebnahme des Produktionswerks wird der zusätzliche Fernwasserbezug durch den WAZV schrittweise von 70.000 Kubikmetern pro Jahr ab dem zweiten Halbjahr 2022 auf insgesamt 692.400 Kubikmeter pro Jahr ab 2024 steigen. In die neuen Bedarfsmengen eingerechnet ist auch eine Wasserreserve für künftige Industrieansiedlungen am Erfurter Kreuz. Die für die Mehrabgabe benötigte Wasserinfrastruktur stellen die TFW und der WAZV gemeinsam bereit. Die Bauarbeiten sollen noch im vierten Quartal 2021 beginnen. Die Überleitung und Zwischenspeicherung des Wassers erfolgt über den Hochbehälter Eulenberg bei Arnstadt. Die neu zu errichtende Übergabestelle der Ohrafernleitung soll im Sommer 2022 in Betrieb genommen werden.

„Die TFW übernimmt die Anbindung der Ohrafernleitung bis zur Übergabestelle sowie die Installation der unsererseits benötigten Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik“, erklärt Hans-Dieter Linz, Leiter Betrieb der TFW. Der WAZV lobte zum Ortstermin am Hochbehälter Eulenberg die gute Kommunikation und Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten. Die Investition in die Wasserinfrastruktur des Gewerbegebiets sei auch eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Arnstadt. Für Industrieunternehmen seien eine verlässliche Infrastruktur und Preisstabilität entscheidende Wettbewerbsfaktoren, erklärt der Verband den anwesenden geladenen Gästen. Durch die prognostizierten Mehrabgaben an das Gewerbegebiet könne man als Zweckverband zudem die Gebühren für seine Endkunden langfristig stabil halten.

Die Stadt Arnstadt ist bereits seit den 1960er Jahren an das Fernwassernetz der TFW angeschlossen. Auch das Gewerbegebiet Erfurter Kreuz wird bereits mit Fernwasser versorgt. Durch die Leitung fließt in Luisenthal zu Trinkwasser aufbereitetes Wasser aus der Ohra-Talsperre im Thüringer Wald.

Zurück