Thüringer Fernwasserversorgung verzeichnet Rekord-Jahresergebnis

Fernwasserpreis bleibt stabil

TFW-Bilanz-Pressekonferenz v.l.: Umweltstaatssekretär Olaf Möller, Thomas Stepputat (Geschäftsführer)

Erfurt – Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 ein Rekordergebnis erzielt. Umweltstaatssekretär Olaf Möller und TFW-Geschäftsführer Thomas Stepputat konnten bei der heutigen Bilanzpressekonferenz einen Gewinn von 2,2 Millionen Euro verkünden. Das ermöglicht stabile Wasserpreise bei wichtigen Investitionen in die Zukunft des größten Thüringer Wasserversorgers. Dazu gehören Neuanschlüsse von Verbänden, die Entwicklung der Westringkaskade und die Generalinstandsetzung der Talsperre Weida.

„Ein neues TFW-Gesetz, durchweg gute Zahlen und zahlreiche vielversprechende Großprojekte lassen uns insgesamt äußerst optimistisch nach vorn blicken“, fasst Olaf Möller, Vorsitzender des Verwaltungsrates der TFW, das Jahresergebnis zusammen. Es übertrifft den Vorjahreswert um mehr als 20 Prozent und ermöglicht ein neues Instrument für einen stabilen Wasserpreis. „Zur Sicherung des Preisniveaus richtet die TFW einen Preisstabilitätsfond ein“, kündigt Olaf Möller die bewusste Verwendung der Überschüsse an. 15 Prozent des jeweiligen Jahresüberschusses sollen künftig als Rücklage in den Ausgleich zukünftiger Preiskalkulationen fließen.

52 Millionen Kubikmeter Fernwasser flossen im Jahr 2018 zu den Abnehmern

Wesentlich für die TFW ist ein stabiler oder gar steigender Wasserabsatz, um hohe Fixkosten beim Erhalt der Infrastruktur zu decken. „Das im Jahr 2018 begonnene Mehrmengenmodell bietet deutliche Anreize für den Mehrbezug von Fernwasser bei den Bestandskunden“, benennt Olaf Möller eine der zukunftsfähigen Strategien. Im vergangenen Jahr versorgte die Thüringer Fernwasserversorgung 23 Zweckverbände und Stadtwerke mit rund 52 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Trinkwassertalsperren. „Die Verkaufsmengen an Rohwasser, Fernwasser und auch Energie lagen 2018 zwischen zwei bis zehn Prozent über dem Vorjahr“, beschreibt Thomas Stepputat den Trend. Laut Thomas Stepputat hat sich im trockenen Sommer 2018 gezeigt, dass die Thüringer Trinkwassertalsperren für die Speicherung von Wasser in feuchten Monaten und die sichere Bereitstellung in trockenen Perioden sehr gut aufgestellt ist.

Vielversprechende Großprojekte

„Unser neues Gesetz ermöglicht neben der Wasserversorgung auch neue Geschäftsfelder, wie Erneuerbare Energien und sanften Tourismus. Damit wird die Fernwasserversorgung zusätzlich gestärkt und kann bereits vielversprechende neue Projekte vorweisen“, gibt Olaf Möller einen Ausblick. Als wesentliche Investitionen hob er die Erweiterung und Neuanschlüsse von Verbänden, die Westringkaskade sowie die Generalinstandsetzung der Talsperre Weida hervor. Ab 2022 sollen im Gebiet des Verbandswasserwerkes Bad Langensalza jährlich 1,7 Millionen Kubikmeter Fernwasser fließen. „Die Haushalte werden den deutlichen Qualitätssprung von 40 °dH auf 3-4 °dH spüren“, sagt Olaf Möller. Derzeit laufen die Umsetzungen. 16 Kilometer Fernleitung und Steuerungstechnik werden vom Bereich Friemar bis zum Ascharaer Kreuz von der TFW verlegt. „Das Projekt wird bei der Thüringer Fernwasserversorgung in Eigenplanung durchgeführt, was wir auf alle zukünftigen Projekte übertragen wollen“, beschreibt Thomas Stepputat den Wechsel bei zukünftigen Maßnahmen. Auf Seiten des Verbandswerks sind ebenfalls umfangreiche Investitionen für die Verlegung von 16,5 Kilometer Rohrleitungen notwendig, welche vom Freistaat Thüringen mit 4,0 Millionen Euro gefördert werden.


„Die Westringkaskade ist ein Win-Win-Projekt“, fasst Olaf Möller das Projekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund acht Millionen Euro zusammen. Das Wasser aus den Talsperren Schmalwasser und Tambach-Dietharz, wird durch den gesunkenen Bedarf an Trinkwasser ihre Hauptaufgabe neben dem Hochwasserschutz nun in der Erzeugung regenerativer Energien haben. Eine Strecke von etwa 45 Kilometern und eine Fallhöhe von rund 290 Metern überwindet das Wasser, um in den entstehenden Wasserkraftanlagen in Gotha und Erfurt jährlich acht Millionen Kilowattstunden Naturstrom zu erzeugen. „Bestehende Ressourcen werden genutzt“, geleitet wird das Wasser über ein vorhandenes Doppelleitungssystem, dessen zweites Rohr nicht mehr zur Trinkwasserversorgung benötigt wird. „In Zeiten des Klimawandels ist die Westringkaskade eine gelungene Klimaanapassungsmaßnahme“, beschreibt Olaf Möller die Nutzung des Brauchwassers, welches landwirtschaftlichen Betrieben entlang der Leitung zur Bewässerung angeboten wird. Das Wasser fließt zu einem kleinen Teil in den neu entstehenden Auenteich auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt.


Der Freistaat Thüringen unterstützt das vorbildliche Engagement der Region „Zeulenrodaer Meer“ zur Fortentwicklung des Tourismus und hat sich zur Finanzierung der Generalinstandsetzung der Talsperre Weida bekannt. Derzeit laufen die vorbereitenden Maßnahmen zur Sanierung des Absperrbauwerkes und der Nebenanlagen. Der Baubeginn ist für März 2023 und die Fertigstellung für Ende 2025 vorgesehen. „Die TFW wird dabei ein sehr enges Kostenmanagement betreiben und innovative Ansätze für ein Kostencontrolling umsetzen“, kündigt Olaf Möller an.

„Unser Ansatz der Modernisierung, verzahnt mit neuen schlankeren Strukturen, hat sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018 bewiesen“, unterstreicht Thomas Stepputat das positive Jahresergebnis. Aber auch die TFW stehe vor der Herausforderung, das Spannungsfeld zwischen sinkendem Wasserverbrauch in Thüringen mit zeitgleicher Vorhaltung der Kapazitäten für Spitzenbedarfe auszugleichen. „Für eine zukunftsfähige Thüringer Fernwasserversorgung setzen wir auf unsere Mitarbeiter, die Erfahrung mitbringen und offen für neue Wege sind“, beschreibt Thomas Stepputat das Credo für alle Strukturmaßnahmen.

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