Trinkwassertalsperren – Reservoire sind gefüllt

Thüringen – Die Trinkwassertalsperren gehen mit hohem Füllstand in das hydrologische Sommerhalbjahr. Über 50 Prozent des gesamten Trinkwasseraufkommens in Thüringen werden über die Trinkwassertalsperren gesichert. Regional sind Unterschiede bei den Zuflüssen zu verzeichnen.

Trinkwassertalsperre Ohra

Die Trinkwasserversorgung über Fernwasser ist für das Jahr 2020 gesichert. Der ausklingende Winter hat die Reservoire der Thüringer Trinkwassertalsperren wieder aufgefüllt und sie stehen für die Versorgungsaufgaben im bevorstehenden hydrologischen Sommerhalbjahr mit voller Leistungsfähigkeit zur Verfügung. Für die Talsperren endet erfahrungsgemäß mit dem Monat Mai die Zeit der Auffüllung und es beginnt die Absenkungsphase, sodass die Talsperren bei einem normalen Witterungsverlauf für die kommenden sechs Monate aktuell ihren Höchststand verzeichnen. Die Trinkwassertalsperren im Thüringer Wald und im Harz enthalten nahezu 100 Prozent des Betriebsstauziels. Ein vorgeschriebener Freiraum wird für Hochwasserereignisse freigehalten.

Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte

Ausreichend für die Versorgung mit Fernwasser, mit einem Füllstand von rund 80 Prozent, beginnt das Sommerhalbjahr an der Leibis/Lichte. Bedingt durch die ökologische Steuerung der Unterwasserabgabe findet an der Talsperre eine Auffüllung bis 100 Prozent Betriebsstauziel nur aller fünf bis zehn Jahre statt und ist eher die Ausnahme. Ein differenziertes Bild bietet der Blick auf die Zuflusspegel an den Trinkwassertalsperren in den letzten sechs Monaten. Bezogen auf den langjährigen Mittelwert reicht die Spannbreite von 76 Prozent an der Talsperre Neustadt im Harz bis 115 Prozent an der Talsperre Schönbrunn in Südthüringen.

Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) geht, wie auch in den Jahren 2018 und 2019 von einem erhöhten Bedarf an Brauchwasser zum Zweck der Bewässerung in der Landwirtschaft aus. Die TFW betreibt und unterhält rund 70 Anlagen mit Brauchwassernutzung. Derzeit wird aus zehn dieser Stauanlagen Brauchwasser für Industrie- und Agrarunternehmen zur Verfügung gestellt. Bei den Brauchwassertalsperren sieht die Situation regional sehr verschieden aus. Punktuell reichten die Zuflüsse der letzten sechs Monate nicht aus, um die Stauanlagen im gewohnten Umfang wieder aufzufüllen. Darunter sind unter anderem die Talsperren Dachwig, Frohndorf, Großbrembach, Bachra und Großengottern im Thüringer Becken. Talsperren wie Lütsche, Seebach, Weida und Zeulenroda verzeichnen aktuell einen Füllstand von 90 bis 100 Prozent des Betriebsstauziels.

Füllstände der Thüringer Trinkwassertalsperren

Füllstand zum 08.05.2020

Talsperre

Aktueller Inhalt [Mio. m3]

Prozent des Sommerstauziels [%]

Leibis/Lichte

26,2

79

Scheibe-Alsbach

1,9

98

Schönbrunn

21,5

97

Ohra

16,4

95

Neustadt

1,2

97

 

 

Entwicklung der Zuflüsse an den großen Trinkwassertalsperren in Thüringen

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