TS Hopfgarten: Wiedereinstau nach Sanierung

Blick auf die einzustauende Talsperre Hopfgarten

Hopfgarten – Die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Talsperre Hopfgarten sind abgeschlossen. Die 12 000 Quadratmeter große Dichtung des Dammes unterhalb des Betondeckwerkes, die sogenannte Geomembrandichtung, wurde im Anschlussbereich zum Komplexbauwerk erneuert. Die Thüringer Fernwasserversorgung investierte mehr als 550.000 Euro für die Wiederherstellung der vollumfänglichen Funktionsfähigkeit der Stauanlage. Sollte der Wiedereinstau erfolgreich verlaufen, so ist die Stauanlage gewappnet, auch in den kommenden Jahrzehnten ihrer Funktion der Niedrigwasseraufhöhung, des Hochwasserschutzes und der in der Nebennutzung in Form des Angelns und der Naherholung nachzukommen.

Ab 15. Dezember beginnt der Wiedereinstau in zwei Phasen – dem Spülstau und dem endgültigen Einstau. Das zu speichernde Wasser erhält die Talsperre durch die Gramme sowie den Kratzbach oberhalb der Ortschaft Niederzimmern. Der Spülstau wird zunächst bis zu einer Stauhöhe von 218,00 Meter über Normal Null erfolgen, das entspricht sieben Meter über Pegel-Nullpunkt und einer überstauten Fläche von rund 40 Prozent des Stauraums.

Umfangreiche Messungen während der Erstbelastung

Verlegung der PVC-Dichtung am Widerlager im Juli 2021

Die Erstbelastung der sanierten Anschlussbereiche erfolgt etappenweise und mit einer sehr langsamen Anstaugeschwindigkeit. Jede Etappe besteht aus einer Anstauphase und einer Verharrungsphase. Die Verharrungsphasen dienen der Konsolidierung der Sanierungsbereiche, sodass die betreffenden Bauteile eine gewisse Zeit zur Spannungsableitung erhalten. Der Wiedereinstau insgesamt wird durch ein umfangreiches Messprogramm begleitet.

In den letzten 36 Monaten hat sich im leeren Staubecken einiges an Wildwuchs angesiedelt. Um die Sauerstoffzehrung im Tiefenwasser im Sommer so gering wie möglich zu halten, soll möglichst viel der organischen Masse mit Hilfe des Spülstaus ausgespült werden. Ausgehend von den Durchschnittswerten der vorjährigen Zuläufe geht die Thüringer Fernwasserversorgung von zwei Monaten für den Spülstau aus. Für den Fall, dass während des Wiedereinstaus Auffälligkeiten auftreten, wie erhöhter Sickerwasserabfluss oder Sedimentaustrag aus einer Drainage, wird der Wiedereinstau unterbrochen und die Ursachen ermittelt.

Die Thüringer Fernwasserversorgung warnt vor dem Begehen des Stausees. Schilder weisen auf Gefahren für Leib und Leben hin. Vor allem Eltern sollten ihre Kinder vor den Gefahren der Schlammflächen warnen. Eine Bergung ist nur durch Rettungskräfte möglich.

Zum Hintergrund

Im Jahr 2018 wurden im Rahmen von Routinemessungen erhöhte Sickerwassermengen aus zwei Drainagen der Geomembrandichtung festgestellt. Zur Ursachenermittlung der Unregelmäßigkeiten war es Ende 2018 notwendig, erst schrittweise und dann vollständig die Talsperre Hopfgarten zu entleeren. Die Entscheidung dazu fiel in Abstimmung mit den Behörden. Nach der Entleerung wurden im Anschlussbereich der Geomembrandichtung zum Komplexbauwerk Leckagen entdeckt. Weiterhin wurde festgestellt, dass bestimmte wichtige konstruktive Bauteile, wie beispielsweise die Klemmleiste als Verbindung der Geomembrandichtung mit dem Komplexbauwerk und ebenso die Drainagen zur Überwachung der Funktionsfähigkeit der Geomembrandichtung, nach fast 50-jähriger Betriebszeit erneuert werden mussten. Die Thüringer Fernwasserversorgung erarbeitete eine Schadensdokumentation und Schadensanalyse; dem folgte im Frühjahr 2019 ein Sanierungskonzept. Darauf aufbauend begannen die Planungs- und Erkundungsarbeiten. Eine Herausforderung stellte die Materialauswahl dar. Das in den 1970-er Jahren verwendete Material der Geomembrandichtung wird heute nicht mehr hergestellt, sodass eine andere Variante mit Hilfe von aufwändigen Materialuntersuchungen gefunden werden musste. Darüber hinaus wurde die Zeit der entleerten Talsperren genutzt, um ausgewählte Betriebseinrichtungen, wie Rechen, Schieber oder Geländer zu erneuern.

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