Thüringer Fernwasserversorgung im Gespräch mit Landwirten

Umzug der Hamster wird organisiert

Friemar/Bufleben/Westhausen/Aschara – Die Fernwasserleitung, welche weiches Wasser aus der Talsperre Ohra in das Versorgungsgebiet des „Verbandswasserwerk Bad Langensalza“ leiten wird, soll von Friemar bis zum Ascharaer Kreuz verlegt werden. Der geplante Trassenverlauf mit Startpunkt nördlich von Friemar, geht südlich an Bufleben vorbei und verläuft nördlich an Westhausen, um zum Übergabebauwerk am Ascharaer Kreuz zu gelangen. Auf der Strecke durchquert sie ein derzeit vom Feldhamster besiedeltes Gebiet. Vor dem Beginn der Baumaßnahmen für die Fernwasserleitung wird noch der Umzug des Feldhamsters organisiert.

Aktuell steht die Thüringer Fernwasserversorgung mit den Landwirten der betroffenen Flächen in Kontakt, um über die Bewirtschaftung bereits ab Herbst 2019 zu sprechen. In die Betrachtungen fließen sowohl hamsterfreundliche Kulturen, als auch die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte. Über den geänderten Anbau von Kulturen wird dem Feldhamster die Möglichkeit eines artenerhaltenden Umzuges auf die Nachbarflächen gegeben. Wie beispielsweise ein streifenförmiger Anbau von hamsterfreundlichen Kulturen auf den Nachbarflächen vorgenommen werden könnte und was auf den benötigten Flächen erfolgen sollte, das wird im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Auch Aspekte wie ein ausreichender Schutz für die Hamster nach der Ernte oder die Organisation des Wintervorrates werden besprochen. Mit den Eigentümern der verpachteten Grundstücke beginnen im dritten Quartal die Gespräche sowohl hinsichtlich der bauzeitlichen als auch dauerhaften Inanspruchnahme der Flächen.

Im Vorfeld wurden bereits Baugrunduntersuchungen und Vermessungsleistungen für die rund 16 Kilometer Fernwasserleitung und Steuerungstechnik durchgeführt. Verschiedene Trassenverläufe wurden abgewogen. Die Planungen und zeitlichen Abläufe berücksichtigen ebenfalls die Brutzeiten im Vogelschutzgebiet Nessetal. Zu berücksichtigen sind weiterhin die Hochdruck-Gas-Trasse und die Bahnstrecke Gotha-Bad Langensalza, welche gekreuzt werden. Die Antragstellung für das Plangenehmigungsverfahren soll im dritten Quartal beim Landratsamt Gotha als Genehmigungsbehörde erfolgen. Die Thüringer Fernwasserversorgung geht von einem Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen im Jahr 2020 aus, um Ende 2020 bis Ende 2021 das Bauvorhaben für weiches Wasser im Verbandsgebiet umzusetzen. Ab 2022 soll in rund 11000 Haushalten im Gebiet vom Verbandswasserwerk Bad Langensalza aus der Talsperre Ohra fließen.

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