Wasserspiegel in der Vorsperre Riedelmühle wird abgesenkt

Im Herbst beginnen umfangreiche Baumaßnahmen

Seit gut 50 Jahren schützt die Vorsperre Riedelmühle den Stauraum der Talsperre Zeulenroda vor Verlandung, hält Nährstoffe zurück und verhindert ein Trockenfallen der Stauwurzel. Um die Funktion auch in den kommenden Jahrzehnten zu gewährleisten, plant die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) für das Jahr 2023 im Rahmen von Unterhaltungsmaßnahmen die erstmalige Sedimentberäumung in der Stauwurzel der Vorsperre. Vor der Maßnahme werden zwei Zwischenauslässe im Komplexbauwerk der Vorsperre nachgerüstet, um die bauzeitliche Wasserhaltung der Vorsperre und die Ableitung von Hochwasser während der Maßnahme zu ermöglichen.

Für die vorbereitenden Arbeiten wird voraussichtlich ab dem 5. September der Stauspiegel der Vorsperre um etwa vier Meter abgesenkt. In der Talsperre Zeulenroda wird die ebenfalls baubedingt erforderliche Absenkung in der zweiten Jahreshälfte 2022 im normalen Schwankungsbereich bei etwa 1,3 Meter liegen.

Mit der Beräumung soll wieder ein ausreichender Sedimentationsraum in der Vorsperre geschaffen werden, um die gewohnt gute Wasserqualität in der Talsperre Zeulenroda beizubehalten. Bis zum Ende des Jahres werden die Maßnahmen zur bauzeitliche Wasserhaltung der Vorsperre und für den Hochwasserschutz erfolgen. Vor der Sedimentberäumung werden für die bauzeitliche Wasserhaltung und die Ableitung von möglichen Hochwasser zwei Zwischenauslässe im Komplexbauwerk der Vorsperre nachgerüstet. Die über den Hauptzufluss der Weida eingetragenen und im Stauwurzelbereich abgelagerten Sedimente der letzten fünf Jahrzehnte werden durch die Stauspiegelabsenkung vorentwässert. Nach der Abtrocknungsphase sollen die Erdstoffe dann innerhalb des Stauraums umgelagert werden. Dazu soll im südwestlichen Bereich der Stauwurzel im Laufe des Jahres 2023 ein rund 15 000 Quadratmeter großer Hügel entstehen, auf dem sich in den Folgejahren natürliche Vegetation bilden kann. Die Absenkung der Vorsperre wird gleichzeitig genutzt, um eine 210 Meter lange Grundschwelle in Form eines unter Wasser liegenden dammartigen Querbauwerks neu zu errichten. Die Abgrenzung vereinfacht zukünftige Sedimentberäumungen in der Vorsperre. Die TFW geht von einer Umsetzung im Jahr 2023 aus und plant mit den Winterzuflüssen ab Anfang 2024 den Wiedereinstau der Vorsperre.

Die TFW wird gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz die Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich halten. Dazu sind während der Bauzeit verschiedene Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen vorgesehen, die unter anderem den Gewässer-, Boden- und Artenschutz berücksichtigen. Alle Maßnahmen wurden in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde verbindlich festgesetzt.

Die Wanderwege rund um die Vorsperre Riedelmühle können während des Einbaus der Zwischenauslässe in gewohnter Weise genutzt werden. Der Straßenverkehr über das Absperrbauwerk wird voraussichtlich im Zeitraum Oktober 2022 bis Januar 2023 einspurig im Ampelverkehr erfolgen.

Im Zuge der anschließenden Sedimentberäumung kommt es zu zeitweiligen abschnittsweisen Sperrungen und geänderten Wegeführungen des Wanderweges im Stauwurzelbereich.

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