Brauchwasser für zukunftsorientierte Landwirtschaft

Hessische Studenten besichtigten Bewässerungsprojekte in Thüringen

Seebach/Andisleben/Frohndorf – Wie Brauchwasser optimal für die Landwirtschaft genutzt werden kann, das wollten 15 Studenten der Universität Kassel/Witzenhausen und Göttingen von der Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) wissen. Eine Studienexkursion führte die angehenden Fach- und Führungskräfte der Biologischen Agrarwissenschaften und Agrartechnik am 26. September an die Talsperren Seebach und Frohndorf und zur Geratal-Agrar GmbH in Andisleben und Agra-Milch e.G. in Frohndorf sowie Hainich Obst und Gemüse GmbH in Niederdorla als Nutzer des Brauchwassers. Bewässerungssysteme wie Rohrtrommelberegnungsmaschinen oder Großkreisregner standen auf dem Programm.

„Die Bedeutung der Bewässerung nimmt einen immer höheren Stellenwert für den Anbau hochwertiger Kulturen ein“, weiß Markus Möller, Fachhydrologe Wasserbewirtschaftung bei der TFW. Die TFW liefert aus einem kleinen Teil der 37 Talsperren Brauchwasser an Thüringer Landwirte. Aktuell werden in der Thüringer Landwirtschaft rund 650 ha mit Wasser der TFW versorgt. „Wie das dringend benötigte Nass auf die Felder kommt, ist an die Gegebenheiten und die Bedarfe vor Ort angepasst“, beschreibt Markus Möller die individuellen Projektplanungen. Die TFW hat gemeinsam mit den Landwirten Lösungen gefunden, um Flächen mit Gemüse, Sonderkulturen, wie Heil- und Gewürzpflanzen, Hackfrüchte oder Futterpflanzen wirtschaftlich zu bewässern. Die Geratal-Agrar GmbH setzt als Bewässerungstechnologie die Rohrtrommelmaschine mit Regenkanone und Düsenwagen ein. Damit können sie die Qualität der Erträge steigern – insbesondere in heißen Sommern, wie diesem. In Frohndorf setzt man auf die Technologie der Großkreisregner und erlangt so auf einem Teil der Anbaufläche zwei Ernten im Jahr. Sobald der Futterroggen Ende April geerntet ist, wird als Zweitfrucht Futtermais angebaut. Bei Geratal-Agrar GmbH in Andisleben war der trockene Sommer ebenfalls ein Prüfstein. Hier hat man sich mit der Bewässerung auf die Felder mit hoher Ertragserwartung konzentriert, um zwei Ernten der Pfefferminze zu erzielen. Die Talsperre Seebach der TFW und ein weiteres Bewässerungssystem besichtigten die Kasseler Studenten bei der Hainich Obst und Gemüse GmbH in Niederdorla. Diese setzt eine Tropf-Bewässerungstechnologie und Düsenwagen ein.

Die Studenten nutzten die Gelegenheit, um mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen. Nach Thüringen zog es die Studenten, weil sie bei den Brauchwasserkunden der TFW auf kleiner Fläche eine große Bandbreite von Bewässerungsverfahren im Einsatz besichtigen konnten.

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