TFW präsentierte Jahresbilanz 2017

Umweltstaatssekretär gibt Einblick in strategische Neuausrichtung

TFW-Bilanz-Pressekonferenz v.l.: Christian Fisch (Prokurist), Umweltstaatssekretär Olaf Möller, Thomas Stepputat (Geschäftsführer)

Heyda/Erfurt – Was einen zuverlässigen Partner im Wassermanagement ausmacht, das zeigte am 13. November die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) auf ihrer Bilanz-Pressekonferenz zum Geschäftsbericht 2017 in Heyda. Umweltstaatssekretär Olaf Möller gab als Vorsitzender des Verwaltungsrates der TFW gemeinsam mit dem Geschäftsführer Thomas Stepputat einen Ausblick auf die Strategie des leistungsstarken Wasserversorgers.
Die TFW weist im vergangenen Jahr einen stabilen Trinkwasserabsatz von rund 36 Millionen m³ und Rohwasserabsatz von 16 Millionen m³ aus. Erhöht hat sich die Erzeugung von regenerativer Energie. Effizienzsteigerungen bei zahlreichen Prozessen führten zu einem positiven Jahresergebnis von 1,8 Millionen Euro.

„Ziel ist eine hohe Trinkwasserqualität bei stabilen Preisen“, sagte Umweltstaatsekretär Olaf Möller. Dazu sei bereits eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen angeschoben. So wurde etwa der Rückbau der ehemaligen Trinkwasseraufbereitungsanlage Tambach-Dietharz im vergangenen Jahr abgeschlossen und die Trinkwasseraufbereitungsanlage Luisenthal für die Versorgung in Mittelthüringen erweitert. Verschiedene Hochbehälter und Leitungsabschnitte entlang der 550 Kilometer umfassenden Fernwasserleitung baute die TFW für die Zukunft aus, weitere Abschnitte folgen. 

TFW-Geschäftsführer Thomas Stepputat blickt auf ein positives Ergebnis im vergangenen Jahr. Gleichzeitig habe die Thüringer Landesregierung mit der Novellierung des TFW-Gesetzes die Weichen für ein größeres Aufgabenfeld gestellt. „Damit können wir die TFW fit machen für neue Aufgaben, die der demografische Wandel, ein geringerer Trinkwasserver-brauch und der Klimawandel stellen“, sagte Stepputat bei der heutigen Bilanz-Pressekonferenz. Geplant seien neue Geschäftsfelder mit bisher ungenutztem Potential, um das Unternehmen breiter aufzustellen. „Die Versorgung mit Trinkwasser und der Hochwasserschutz bleiben Kerngeschäft“, so Thomas Stepputat.

„Wir haben innerhalb der TFW bereits ein Programm gestartet, um wirtschaftlicher zu arbei-ten“, beschreibt Thomas Stepputat das Maßnahmenpaket. Davon profitieren etliche Talsperren, für die beispielsweise eine Sanierung ansteht. Das größte Einzelprojekt ist die Talsperre Weida. Insgesamt 43 Millionen Euro will das Umweltministerium in die Generalinstandsetzung investieren.

Ein Blick in die Zukunft

Einen Ausblick der TFW gaben Olaf Möller und Thomas Stepputat bei dem Vorhaben „Anschluss von Bad Langensalza an das Fernwasser“. 2022 soll das Fernwasser aus der Talsperrre Ohra auch aus den Wasserhähnen in Bad Langensalza fließen. Entwicklungspotentiale werden in der Nutzung von Brauchwasser beim Anbau hochwertiger Kulturen in der Landwirtschaft gesehen. „In Thüringen unterstützen wir Landwirte bei der Planung von bedarfsorientierten intelligenten Bewässerungssystemen“, beschrieb Thomas Stepputat die gemeinsamen Projekte. Ein strategisches Vorhaben für die Brauchwasserversorgung der Garten- und Obstbaubetriebe im Erfurter Umland ist die „Westringkaskade“. Mit einer Gesamtstrecke von 40 Kilometern und zwei Wasserkraftanlagen für die alternative Nutzung von Wasser hat das Projekt einen hohen Stellenwert bei der TFW. Das Brauchwasser soll von den Talsperren Schmalwasser und Tambach-Dietharz bis zur Gera in Erfurt fließen und der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden.
In der mittelfristigen Planung sieht die TFW Potentiale in der Effizienzsteigerung in Prozessen und einer erweiterten Nutzung von Wasserkraftpotentialen. Vor allem Regionen mit sehr hartem Grundwasser möchte die TFW durch Zumischung von weichem Wasser aus Talsperren unterstützen. Im Betrieb von Windkraftanlagen und der Erweiterung des bereits etablierten Geschäftsfeldes „Dienstleistungen für Stauanlagen anderer Betreiber/Eigentümer“ werden Chancen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder gesehen.

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