Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt

Ein Beispiel für den technischen Hochwasserschutz

Das Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt besitzt aufgrund seines gewöhnlichen Hochwasserrückhalteraumes von 18,64 Mio. m3 sowie der Verbundwirkung mit dem Hochwasserrückhaltebecken Kelbra (Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt) überregionale Bedeutung für den Hochwasserschutz im gesamten Unstrut-Helme-Gebiet bis hin zum Flussgebiet der Saale.

 

Das Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt wurde im Zeitraum 1952 bis 1960 errichtet. Zwischen 1980 und 1988 erfolgten umfangreiche bauliche Veränderungen zur Einrichtung eines Teildauerstaus. Das Absperrbauwerk besteht aus einem circa neun Meter hohen Staudamm mit einer Länge von rund 1.850 Meter. Auf etwa halber Länge quert das Gewässer Unstrut den Staudamm in einem Betonbauwerk. Hier werden die dem Hochwasserrückhaltebecken zufließenden Wassermengen im Hochwasserfall mittels vier Doppelhakenschützen auf einen maximalen Abfluss von bis zu 100 m3/s begrenzt, um Schäden unterhalb der Stauanlage zu vermeiden. Die darüber hinaus zufließenden Wassermengen werden im Stauraum zurückgehalten. Ist der Stauraum gefüllt, erfolgt eine Entlastung über die 270 Meter lange Hochwasserentlastungsanlage an der linken Dammschulter. Die Wassermengen strömen dann über das luftseitige Dammvorland ab.

Bei den Hochwässern 1961, 1981, 1994, 2003 und 2013 mit Zuflüssen von bis zu 280 m3/s konnten durch den dafür in der Betriebsvorschrift festgelegten Betrieb des Hochwasserrückhaltebeckens Straußfurt die Schäden in und an der Unstrut sowie an Siedlungen und Infrastrukturanlagen auf ein Minimum reduziert werden.

Bekannt ist das Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt auch als Rastplatz vieler Zug- und Wasservögel.

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