Die Thüringer Fernwasserversorgung betreibt fünf versorgungswirksame Trinkwassertalsperren und 40 weitere Talsperren, die vor allem der Hochwasserrückhaltung, der Brauchwasserbereitstellung, der Wasserkraftgewinnung und der Freizeitgestaltung dienen.

Talsperren sind Stauanlagen, die eine entscheidende Bedeutung im Kreislauf des Wassers haben. Sie regeln in bestimmten Grenzen den natürlichen Wasserabfluss. So sind einerseits in Niedrigwasserzeiten Abflusserhöhungen in den Flussläufen möglich. Andererseits schützen sie Ansiedlungen vor Hochwasserereignissen.

Das bereitgestellte Rohwasser aus den Trinkwassertalsperren sichert die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen oder für industrielle Nutzungen wird unbehandeltes Wasser aus den Talsperren, sogenanntes Brauchwasser, bereitgestellt.

Mit dem vorhandenen Wasserkraftpotenzial wird umweltfreundlich Energie erzeugt.

Bauwerke und Wasserflächen der Talsperren prägen das Landschaftsbild. Sie sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitnutzung für die Menschen.

Talsperren im Überblick

Trink­wasser­talsperren

Brauch­wasser­talsperren

Vorschriften und Regelungen

Betriebsvorschrift

Eine gesonderte stauanlagenspezifische Betriebsvorschrift regelt:

  • die Zuständigkeit und Verantwortlichkeit für den Betrieb der Stauanlage
  • den wasserwirtschaftlichen Betriebsplan mit dem wassermengenwirtschaftlichen und gütewirtschaftlichen Betriebsplan für den Normalbetrieb und dem ereignisbezogenen Betrieb bei Hoch- und Niedrigwasser
  • Bedienungs- und Wartungsanleitungen für Verschlüsse, Betriebs- und Messeinrichtungen sowie
  • Havariepläne für besondere betriebliche Situationen

 

Anlagensicherheit

Mit ihrem umfangreichen theoretischen und praktischen Know-how gewährleistet die Thüringer Fernwasserversorgung jederzeit die notwendige Gebrauchstauglichkeit, Tragsicherheit und Dauerhaftigkeit.

Zur Beurteilung der konstruktiven und betrieblichen Stauanlagensicherheit gemäß DIN 19700-10 ist ein an die Stauanlage individuell angepasstes Überwachungssystem, bestehend aus Messeinrichtungen und visuellen Kontrollen, notwendig. Die Schwerpunkte und die Intensität der messtechnischen Bauwerksüberwachung richten sich nach der Zweckbestimmung der Anlage und ihrer konstruktiven Besonderheiten und sind in den individuellen Betriebsvorschriften geregelt.

Die Messeinrichtungen sind geeignet, sowohl das Kurz- als auch das Langzeitverhalten der Stauanlagenteile einschließlich Stauraum und Unterwasserbereich zu erfassen. Der Umgang mit dem Mess- und Kontrollsystem ist durch Mess- und Betriebsanweisungen sowie Messprogramme eindeutig geregelt.

Alle Mess- und Ergebniswerte sowie Feststellungen sind zu dokumentieren, umgehend auf Plausibilität zu prüfen und auszuwerten. Den Ursachen und möglichen Folgen ungewöhnlicher Veränderungen wird unverzüglich nachgegangen. Dokumentierung und Archivierung müssen dabei dauerhaft und sicher sein, so dass Messungen und Messergebnisse auch zu einem späteren Zeitpunkt plausibel nachvollzogen werden können.

Die Messungen tragen zur Erweiterung der Kenntnisse über das Verhalten der Bauwerke, der Baustoffe und des Untergrundes bei.

Stauanlagensicherheit umfasst:

  • Planung, Bau und Betrieb der Anlage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik
  • Notfallvorsorge durch geeignete Notfallkonzepte und -pläne auf der Grundlage von Gefährdungsabschätzungen und Schwachstellenanalysen
  • Überwachungen durch regelmäßige Messungen, Beobachtungen, Kontrollen und Funktionsproben als Eigenüberwachung des Betreibers sowie als Fremdüberwachung durch die Behörde und Sachverständige

Im Rahmen der Schadensvorbeugung sind unsere Ingenieure und Techniker ständig bemüht, die Betriebs- und Tragsicherheit sowie die allgemeine Gebrauchstauglichkeit und Funktionsfähigkeit an die allgemein anerkannten Regeln der Technik anzupassen. Letzteres gilt nicht nur für unsere Stauanlagen, sondern in gleichem Maße auch für unsere Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die Fernleitungsnetze mit den zugehörigen Streckenbauwerken, wie Hochbehältern, Schieberhäusern, Pumpwerken etc.

Durch ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm werden unsere Versorgungseinrichtungen laufend dem Stand der Technik und den gültigen Sicherheitsstandards angepasst.