Talsperre Lütsche

Vorrangige Aufgabe der Talsperre sind der Hochwasserschutz und die Niedrigwasseraufhöhung sowie in der Nebennutzung die Naherholung und der Angelsport.

Die Staumauer der Talsperre Lütsche wurde innerhalb von drei Jahren aus Beton errichtet. Bei dem Absperrbauwerk handelt es sich um eine Gewichtsstaumauer mit gekrümmter Achse, welche aus 14 Blöcken besteht. Die Mauer wird von drei Kontrollgängen durchzogen. Im Bauwerk selbst sind Mess- und Betriebseinrichtungen untergebracht. In den Mauerblöcken links und rechts neben der mittig angeordneten Hochwasserentlastung befinden sich die zwei Grundablässe. An diese Betriebseinrichtungen schließt sich luftseitig das Tosbecken mit Abgabepegel an. Das Absperrbauwerk ist auf klüftigen Rhyoliten der oberen Oberhof-Formation gegründet (ältere Quarzporphyre des Rotliegenden). Der Untergrund wurde unterhalb des wasserseitigen Mauersporns durch Zementinjektionen abgedichtet.

Die Talsperre staut die Lütsche, welche im jetzigen Stauraum aus den Bachläufen „Steinige Lütsche“ (im Langen Grund) und „Grasige Lütsche“ (im Wiesengrund) entsteht. Das Einzugsgebiet mit einer Fläche von 9,03 km² reicht bis in die Kammlagen des Thüringer Waldes heran.

Weiches Wasser aus der Lütsche

Der Plan einer gemeinsamen Wasserversorgung der Städte Erfurt, Arnstadt, Weimar, Jena und Apolda sowie der Reichsbahndirektion Erfurt aus einer Talsperre im Kerngrund bei Ohrdruf scheiterte 1929. Die Reichsbahndirektion entschloss sich daraufhin eine eigene Wasserversorgung zu schaffen, denn die Beschaffung von weichem Kesselspeisewasser für die Dampflokomotiven war von größtem Interesse. Die Entnahmeanlage der Reichsbahn wurde in Liebenstein an der Wilden Gera errichtet. Als Ausgleich der Wasserentnahme musste die Reichsbahn eine Talsperre im Lütschegrund errichten lassen, deren Fassungsraum auf Wunsch der Thüringischen Regierung von ursprünglich geplanten 700 000 m³ auf 1 Mio m³ vergrößert wurde. Erster Betreiber der Lütschetalsperre war der landeseigene Wasserverband Lütschetalsperre mit Sitz in Gräfenroda.

Technische Daten

Bauzeit 1935 - 1938
Inbetriebnahme 1938
Typ des Absperrbauwerks Gewichtsstaumauer mit gekrümmter Achse
Höhe über der Gründungssohle 36,55 m
Kronenlänge 184,60 m
Kronenbreite 3,8 m
Bauwerksvolumen 35.000 m³
Stauraum (Vollstau) 1,07 Mio. m³
davon gewöhnlicher Hochwasserrückhalteraum saisonabhängig
Stauseefläche (Vollstau) 0,14 km²

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