Trinkwassertalsperre Tambach-Dietharz

Die Talsperre Tambach-Dietharz, im Volksmund auch „Alte Tambacher Talsperre“ genannt, liegt am Südrand der Stadt Tambach-Dietharz und staut das Wasser der Apfelstädt und das Mittelwasser. Sie wurde als erste Talsperre im Thüringer Wald in den Jahren 1902 bis 1905 zur Trinkwasserversorgung der Stadt Gotha errichtet und im Jahr 1906 in Betrieb genommen.

Im Rahmen einer Generalinstandsetzung in den Jahren 1987 bis 1991 wurde die Talsperre an die heutigen technischen Standards angepasst.

Luftseite der Staumauer der Talspüerre Tambach-Dietharz
Luftseite der Staumauer

Geschichte der Talsperre

Ende des 19. Jahrhunderts stand die Stadt Gotha vor der Herausforderung, die Trinkwasserversorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger auch vor dem Hintergrund eines starken Bevölkerungswachstums sicherzustellen. Daher erarbeitete der damalige Leiter des Gothaer Wasserwerks, der Ingenieur Hugo Mairich, neue Pläne für die Wasserversorgung seiner Stadt. Sein ursprünglicher Plan, weitere Quellen an die Wasserversorgung der Stadt anzuschließen, ließ sich aus verschiedenen Gründen nicht realisieren. Daraufhin schlug Mairich der Stadtverwaltung Gothas im Jahr 1897 den Bau eines „Stauweihers“ vor. Seine Pläne, die Anlage einige hundert Meter unterhalb des Zusammenflusses von Mittelwasser und Apfelstädt zu errichten, stießen zunächst auf großen Widerstand innerhalb der Bevölkerung. Um die Bedenken zu entkräften, wurde der renommierte Bauingenieur und Experte für Wasserwirtschaft Otto Intze für das Projekt hinzugezogen. In seinem Gutachten befürwortete er den Bau, sodass die Gothaer Stadtverordnetenversammlung das Vorhaben am 17. März 1899 einstimmig bewilligte. Im September 1902 begann schließlich der Bau der Talsperre. Hugo Mairich allerdings erlebte diesen Tag nicht mehr, da er einige Wochen zuvor bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt war.

Nach drei Jahren Bauzeit und Kosten von rund 900.000 Mark konnte die Talsperre im Oktober 1905 fertiggestellt und vom Gothaer Wasserwerk in Betrieb genommen werden. Die feierliche Einweihung des Bauwerks, das fortan als „Gothaer Talsperre bei Tambach“ oder „Gothaer Talsperre zu Tambach-Dietharz“ bezeichnet wurde, fand am 7. Juli 1906 statt. Das zum Zeitpunkt der Weihefeier bereits gefüllte Staubecken versorgte die Bevölkerung der Stadt Gotha, so wie von Hugo Mairich geplant, in den folgenden Jahrzehnten zuverlässig mit Trinkwasser.

Ein Bauwerk mit vielen Aufgaben

Blick von der Mauerkrone auf den Stausee
Blick von der Mauerkrone auf den Stausee
  • Roh- und Brauchwasserbereitstellung
  • Niedrigwasseraufhöhung
  • Stromerzeugung aus Wasserkraft
  • Rohwasserreserve für die Daseinsvorsorge

Kulturelle Nutzungen

Feuerwerk über der in rotes Scheinwerferlicht getauchten Staumauer der Talsperre
Feuerwerk zum Talsperrenkonzert

Gelegen am Eingang des Mittelwasser- und Apfelstädter Grunds ist die Talsperre ein günstiger Ausgangspunkt für kürzere und ausgedehnte Ausflüge. Eine Rad- oder Wandertour an der Talsperre entlang bis zum Mittelwasserteich und der Köhlerhütte (ca. 3 km) lohnt sich ebenso wie eine längere Tour durch den Mittelwasser- oder Apfelstädter Grund.

Im Jahr 2000 hat die Stadt Tambach-Dietharz das Talsperrenkonzert ins Leben gerufen, das seither einmal im Jahr stattfindet. Vor der malerischen Kulisse der über 20 Meter hohen Staumauer - umgeben von viel Grün - erleben Besucherinnen und Besucher ein ganz besonderes Klangerlebnis. Ein faszinierendes Farbenspiel ergibt sich, wenn die Staumauer im Licht der bunten Scheinwerfer erstrahlt.

22.04.2024 - 08:15 Uhr

Freiraum bis Vollstau

Stauinhalt

0,445 Mio. m³

Zufluss

Stollenzufluss

Rohwasserabgabe

Unterwasserabgabe

Zufluss 0,210 m³/s
St.-Zufluss 0,401 m³/s
Stauinhalt 0,445 Mio. m³
Betriebsraum Füllgrad 56,6 56,62 %
Freiraum bis Vollstau 0,341 Mio. m³
RW-Abgabe 0,502 m³/s
UW-Abgabe 0,156 m³/s

Der natürliche Zufluss ergibt sich aus der Apfelstädt und dem Mittelwasser. Aufgrund von Arbeiten an der Überlaufschwelle wird der Stauwasserspiegel abgesenkt und bleibt um gute drei Meter unter dem gewohnten Vollstauziel.

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