Talsperre Weida

Die Talsperre Weida staut den gleichnamigen Fluss im ostthüringischen Landkreis Greiz. Sie wurde zwischen 1949 bis 1956 errichtet und diente der regionalen Trinkwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung sowie der Energieerzeugung durch Wasserkraft. Heute steht die Talsperre im Verbund mit den Talsperren Zeulenroda und Lössau und ist in erster Linie dem Hochwasserschutz sowie der Niedrigwasseraufhöhung gewidmet. Die Talsperre dient zudem zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsort. Für die Menschen der Region ist "die Weida“, wie sie liebevoll genannt wird, Wanderparadies und Naherholungsgebiet.

Talsperre Weida

Die Anlage verfügt über zwei Absperrbauwerke: die Hauptmauer und die sogenannte Sattelmauer, welche sich südöstlich der Hauptmauer befindet. Beide Mauern sind als Gewichtsstaumauern aus Beton mit luftseitiger Bruchsteinverblendung ausgeführt. In der Hauptmauer sind die Entnahmeanlagen (Grundablässe und Betriebsauslässe) angeordnet. Als Hochwasserentlastungsanlage dienen ein 29,5 Meter langer, fester Überfall in der Mauerkrone sowie zwei jeweils fünf Meter breite Fischbauchklappen mit anschließendem Tosbecken und fünf kaskadenartig angeordneten Sohlanstürzen in Richtung Talaue. Die Staumauern stehen mit weiteren Anlagen der Talsperre Weida unter Denkmalschutz.

Im Jahr 2015 begannen die Planungen zur Generalinstandsetzung der Talsperre. Der Baubeginn ist für das Jahr 2023 vorgesehen.

Geschichte der Weidatalsperren

Der ständig steigende Wasserbedarf von Industrie und Bevölkerung sowie der Ausfall nutzbarer Grundwasservorräte in den thüringisch-sächsischen Braunkohle- und Uranbergbaugebieten machten Ende der 1960er Jahre umfangreiche Planungen zum Aufbau eines flächendeckenden Fernwasserversorgungssystems in Ostthüringen erforderlich, für welches die Kapazitäten der Talsperre Weida bei weitem nicht mehr ausreichten.

Maßgebliche Schritte zum Aufbau dieses Systems waren der Bau der Trinkwasseraufbereitungsanlage Dörtendorf mit entsprechenden Fernwasserleitungen in das Versorgungsgebiet sowie die Errichtung der Talsperre Zeulenroda und ihrer Vorsperre Riedelmühle in den Jahren 1968 bis 1975. Um die verfügbare Rohwassermenge im System der Weidatalsperren zu erhöhen und an die prognostizierte Bedarfsentwicklung anzupassen wurden in den Folgejahren weitere Maßnahmen durchgeführt:

  • Auffahren des 2,3 Kilometer langen Wisenta-Überleitungsstollens
  • Errichtung der Brauchwassertalsperre Hohenleuben (1975-1982) zur Niedrigwasseraufhöhung der Weida im Unterlauf der Talsperre
  • Bau der Talsperre Lössau (1980-1985) zur bedarfs- und gütegerechten Steuerung der Wisenta-Überleitung
  • Vergrößerung des Betriebsraums der Talsperre Zeulenroda durch Aufhöhung des als Hochwasserentlastungsanlage dienenden Schachtüberfalls

Über dieses Fernwassersystem wurde der Ostthüringer Raum bis 2012 verlässlich mit Trinkwasser versorgt. Mit Anschluss an das Fernwassersystem Schwarza, dem die Talsperre Leibis/Lichte als Rohwasserquelle dient, wurde die Trinkwassergewinnung aus den Weidatalsperren 2012 eingestellt und das Wasserschutzgebiet der Talsperren aufgehoben.

Technische Daten

Bauzeit 1949 - 1956
Inbetriebnahme 1955
Typ des Absperrbauwerks zwei Gewichtsstaumauern (gekrümmte Achse)
Höhe über Gründungssohle 32,4 m (Hauptmauer) und 14,75 m (Sattelmauer)
Kronenlänge 168 m (Hauptmauer) und 187 m (Sattelmauer)
Kronenbreite 3,6 m (Haupt- und Sattelmauer)
Bauwerksvolumen 40.000 m³
Stauraum (Vollstau) 9,73 Mio. m³
gewöhnlicher Hochwasserrückhalteraum 0,14 Mio. m³
Wasserfläche (Vollstau) 0,93 km²
Stauziel (Vollstau) 316,50 m über NN

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