Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte

Zweithöchste Talsperre Deutschlands

Die Talsperre Leibis/Lichte ist die derzeit modernste und jüngste große Trinkwassertalsperre Deutschlands. Die Talsperre verfügt über ein natürliches und gut geschütztes Einzugsgebiet von rund 72 km². Sie staut die Lichte, einen rechten Nebenfluss der Schwarza. Der mit ca. 77 % sehr hohe Waldanteil des Einzugsgebietes sowie die Größe und die Tiefe des Stauraumes sorgen für die überdurchschnittlich gute und langfristig stabile Qualität des gespeicherten Wassers. Das wirkt sich auch positiv auf den Aufwand der Trinkwasseraufbereitung aus. Das heutige Versorgungsgebiet reicht in Ostthüringen bis nach Altenburg in rund 130 Kilometer Entfernung und bis nach Zwickau in Sachsen.

Ein Bauwerk mit vielen Aufgaben

  • Rohwasserbereitstellung für die Trinkwasseraufbereitung
  • Hochwasserschutz für den Unterlauf
  • Niedrigwasseraufhöhung der Lichte in Trockenzeiten
  • Erzeugung regenerativer Energie durch Wasserkraftnutzung mit zwei Turbinenanlagen

Bauzeit und Inbetriebnahme

Mit den Planungsleistungen zur Errichtung der Talsperre Leibis/Lichte und des angeschlossenen Fernwasserversorgungssystems wurde bereits in den 1970-er Jahren begonnen. Es folgten umfangreiche bauvorbereitende Leistungen, wie die Auffahrung der Stollen, die Baufeldfreimachung und die Errichtung der Vorsperre Deesbach. Der Bau des Absperrbauwerks der Hauptsperre begann mit der Grundsteinlegung am 6. September 2002 und endete im Jahr 2010. Die zweithöchste Talsperre Deutschlands erreichte im März 2010 erstmals den Vollstau und erhielt die behördliche Inbetriebnahmeerlaubnis am 29. Januar 2013.

Die Talsperre in Zahlen

In einem Mauerfeld befinden sich übereinander bis zu 41 Betonierebenen mit einer Höhe von jeweils 2,5 m. Die gesamte Mauer besteht aus 1.189 Betonierblöcken.
Rund 500 Stufen führen bis zum Mauerfuß.
Mehr als 1.000 Messpunkte sind in und um die Mauer installiert und dienen der ständigen Überprüfung und Überwachung zur Sicherheit der Anlage.
5 höhenmäßig gestaffelte Rohwasserentnahmen sowie eine Schwenkrohrentnahme sind zur Qualitätssicherung der Rohwasser- und Wildbettabgaben installiert.
2 Wasserkraftanlagen (Compact Francis-Turbine 520 kW Leistung und Durchströmturbine 296 kW Leistung) sind in der Mauer verbaut und erzeugen regenerative Energie.
Rund 320.000 - 350.000 Einwohner werden von der Talsperre Leibis/Lichte aus versorgt.

Touristische Erschließung

Rund um die Talsperre führen verschiedene, gut ausgewiesene Wanderwege. Der Skulpturenpfad auf dem Talsperrenrundweg Leibis/Lichte bietet auf 19 Kilometern zehn von Künstlern geschaffene Skulpturen, die als Sitzgelegenheit und Ruheplätze genutzt werden können. An mehreren Aussichtspunkten bietet sich ein wundervoller Blick über die Talsperre. Wissenswertes präsentieren mehrere Schautafeln.

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