Trinkwassertalsperre Ohra

Stollensystem für die Versorgung von Mittelthüringen

Mit dem Trinkwasser aus der Talsperre Ohra werden rund 700.000 Menschen in Mittelthüringen täglich versorgt. Die Talsperre dient ebenfalls Hochwasserschutzzwecken und der Energiegewinnung aus Wasserkraft. Das Rohwasser wird über einen Entnahmeturm mit drei unterschiedlichen Höhen der Entnahmeöffnungen entnommen. In der unmittelbar darunterliegenden Trinkwasseraufbereitungsanlage in Luisenthal erfolgt die Aufbereitung zu Fernwasser.    

Quelle: Steve Bauerschmidt

Energiegewinnung aus Wasserkraft

Seit Ende 2018 speist die neue Wasserkraftanlage in der Trinkwasseraufbereitungsanlage Luisenthal elektrische Energie in das Stromnetz. Sie löst die seit 1967 genutzte und 1996 generalüberholte Wasserkraftanlage ab. Die neue Francis-Turbine der Firma Wiegert und Bähr bringt eine Wirkungsgradsteigerung von rund 70 auf 90 Prozent und damit rund 100 kW mehr Leistung. Jetzt können weitere Anlagen mit eigenerzeugter Energie versorgt werden und zukünftig auch die Talsperre Ohra. Für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb sorgt die Anlage mit einer maximalen Leistung von 500 kW bei einem Durchfluss von 1,2 m³/s und einer Fallhöhe von 49 Metern.

Bauzeit und Generalinstandsetzung

An der zwischen 1960 und 1966 erbauten Talsperre erfolgte Ende der Neunziger Jahre eine Generalinstandsetzung.

Ein Bauwerk mit vielen Aufgaben

  • Rohwasserbereitstellung für Trinkwasseraufbereitung
  • Aufgaben für den Hochwasserschutz
  • Abgaberegulierung in die Ohra
  • Über eine Turbinenanlage wird die regenerative Wasserkraft genutzt.

Stollen verdoppeln Einzugsgebiet

Der Gerastollen schließt das 33,0 km² große Einzugsgebiet der Zahmen Gera, der Wilden Gera, des Kehltalbaches, des Sieglitzbaches und des Langen Grundes an die Ohratalsperre.

Das Einzugsgebiet der Talsperre wurde durch drei Stollen mit freiem Gefälle erweitert. Der Gerastollen leitet das Wasser aus dem „Langen Grund“, Sieglitzbach, Kehltal, aus der „Wilden Gera“ und der „Zahmen Gera“ zur Talsperre. Der Haselbachstollen führt das Wasser aus dem Haselbach und dem „Langen Grund“ in den Schmalwassergrund und kann je nach Bedarf der Talsperre Ohra oder der Talsperre Schmalwasser zugeleitet werden. Der Schmalwasserstollen leitet das Wasser aus dem Schmalwassergrund ab und ist gleichzeitig die Verbindung vom Haselstollen und der Talsperre Ohra.  

Tourismus

Rund um die Talsperre sind verschiedene Wanderwege ausgezeichnet.

Technische Daten

Bauzeit 1960 - 1966
Höhe über Gründungssohle 58,50 m
Kronenlänge 260,0 m
Kronenbreite 6,0 m
Bauwerksvolumen 950.000 m³
Stauraum (Vollstau) 17,82 Mio. m³
davon gewöhnlicher Hochwasserrückhalteraum 2,00 Mio. m³
Stauseefläche (Vollstau) 0,86 km²

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