Innovatives Bewässerungsprojekt an der Talsperre Frohndorf

Mit dem Bewässerungskonzept in Frohndorf gingen im Jahr 2015 die Agra-Milch e.G. zusammen mit der Thüringer Fernwasserversorgung im Thüringer Becken im Futteranbau neue und innovative Wege. Eine wirtschaftlich sowie ökologisch nachhaltige Milchproduktion bedarf der Sicherstellung einer Grundfutterproduktion in quantitativer sowie qualitativer Hinsicht. Die Bereitstellung von ausreichend hochwertigem Grundfutter ist im Thüringer Becken mit einem mittleren Jahresniederschlag von unter 500 mm eine besondere Herausforderung.

Seit 2013 erfolgte die Planung und Umsetzung eines ganzheitlichen Bewässerungsprojektes mit dem wesentlichen Ziel, die Grundfutterqualität auf den bewirtschafteten Flächen zu verbessern und zu stabilisieren. Das thüringenweit einmalige Bewässerungskonzept ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Der Gesamtwasserbedarf für die damals geplanten 370 Hektar Anbaufläche belief sich auf durchschnittlich 500 000 m³ pro Jahr. Aus der Talsperre Frohndorf fließt das Wasser in der Scherkonde zur Pumpstation der Agra-Milch e.G. Hier wird es per Knopfdruck über ein Rohrleitungsnetz verteilt und von 10 Großkreisregnern der Firma HYDRO-AIR international irrigation systems GmbH zum richtigen Zeitpunkt auf die Felder gebracht. Rund 163 Hektar wurden zu Beginn beregnet und Mehrerträge von rund 35 % im Vergleich zum unberegneten Feldbau registriert.

Als Eigentümerin der Talsperre Frohndorf unterstützt und begleitet die Thüringer Fernwasserversorgung dieses Projekt während der Konzeptions-, Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsphase. Durch eine hohe Bereitstellungssicherheit und einen langfristigen Brauchwasserliefervertrag garantiert sie die Investitionssicherheit und technische Sicherheit des Betriebs der Beregnungsanlagen. Nachdem die Anstalt des öffentlichen Rechts in der Planungsphase die Agra-Milch e.G. bei der wasserwirtschaftlichen Grundlagenermittlung und der Beantragung der wasserrechtlichen Genehmigungen unterstützt hat, besteht nun die Hauptleistung in der Speicherung des Bewässerungswassers im Winterhalbjahr in den Stauanlagen Frohndorf und Großbrembach sowie dessen bedarfsgerechte Bereitstellung.

Durch das Vorhaben wird beispielhaft gezeigt, wie unter klimatisch ungünstigen Bedingungen durch den Einsatz moderner Verfahren Arbeitsplätze erhalten und die Wertschöpfung im ländlichen Raum gestärkt werden kann - möglicherweise Impulse für andere Agrarstandorte und Brauchwassertalsperren. Durch die Etablierung einer zweimaligen Ernte auf einer Teilfläche pro Jahr werden die sich aus dem Klimawandel ergebenden Chancen von der Agramilch konsequent genutzt.

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