ACHTUNG - Korrektur der Vergabeunterlagen! - Anlage „Zuschlagskriterien und Bewertung“

Die bei den ergänzenden Vergabeunterlagen enthaltene „Zuschlagskriterien und Bewertung“ muss aufgrund versehentlich unzutreffender Angaben korrigiert werden.

Die Korrekturen betreffen die in Ziffer „2. Gesamteindruck des Angebotes“ sowie die aufgeführten Kriterien 2.1 und 2.2. Diese lauten nunmehr:

2. Bieterpräsentation/Erläuterungen zum Angebot

2.1 Präsentation von Lösungsansätzen im Bietergespräch

2.2 Maßnahmen zur Sicherung der Planung und Termineinhaltung

Zudem erhielt das Kriterium 2.2 (Maßnahmen zur Sicherung der Planung und Termineinhaltung) die zutreffende Gewichtung von 5 % (zuvor unzutreffend 10 %) bei der gleichen möglichen Punktzahl von 3. Die Bewertung nach Ziffer 2 erhält danach eine Gewichtung von insgesamt 15 %.

Alle übrigen Angaben blieben unverändert.

Die Anlage „Zuschlagskriterien und Bewertung“ ist in korrigierter Form ab 16. März 2018, 12:30 Uhr vollständig als Anlage „Zuschlagskriterien und Bewertung - NEU" mit den Gewichtungen und Punktbewertungen, wie sie für die Angebotswertung in der sich anschließenden Verhandlungsphase verbindlich sind, verfügbar.

Ergänzender Hinweis zu den Teilnahmeanträgen, hier: Formblatt „Wertungskriterien für die Bewerbungen“

Weiterführende Erläuterungen mit Beispielen zu den geforderten Referenzen Ziffer 2.1 c), d), e), f) und Ziffer 2.2 c), d), e), f) zur fachlichen Untersetzung

In der Anlage „Wertungskriterien für die Bewerbungen“ wurde angegeben, welchen Wertungskriterien die Vergabestelle für die Bewerberauswahl Bedeutung beimisst.
Die vorgesehene Gewichtung sowie die vorgesehene Punktvergabe wurde ebenfalls mitgeteilt.
Die vorgesehene Punktvergabe erfolgt bei den Kriterien zum Nachweis der technischen und beruflichen Leistungsfähigkeit, Ziffer 2.1 und 2.2 der Wertungskriterien für die Bewerbungen, nach auf das konkrete Verfahren ausgerichteten Referenzen.

Die nachfolgenden Beispiele sollen die aufgeführten repräsentativen Beispiele im Formblatt „Wertungskriterien für die Bewerbungen“ erläutern ohne Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine abschließende Aufzählung dar.

Zu Ziffer 2.1 c) bzw. 2.2 c)
vergleichbare Leistungen zu Sedimentberäumungen aus dem Stauraum von Talsperren oder Flussstaustufen

1.unter einfachen Randbedingungen oder ohne Verwertung/Entsorgung (nur Umlagerung)

Erläuterungen mit Beispielen zu einfachen Randbedingungen:

  • Es sind keine oder nur untergeordnete Maßnahmen zur bauzeitlichen Wasserhaltung und zum bauzeitlichen Hochwassermanagement erforderlich.
  • Durch die Beräumung waren keine wasser- oder naturschutzrechtlichen Schutzgebiete direkt betroffen (z. B. Wasserschutzgebiet, Naturschutzgebiet, FFH- oder SPA-Gebiete).
  • Die Sedimentbergung und -umlagerung erfolgte mit konventioneller Tiefbautechnik (Bagger und LKW) ohne Spezialgeräteinsatz.
  • Es erfolgten keine gesonderten geräte- oder verfahrenstechnischen Maßnahmen zur Sedimentvorbehandlung oder -entwässerung (hierunter fallen auch eine einfache Zwischenlagerung des Sediments zur Entwässerung vor dem Wiedereinbau und das Anlegen einfacher Dränagegräben im Sedimentkörper).
  • Es wurden nur geringe Sedimentmengen (< 10 Tm³) beräumt und im Baufeld bzw. ortsnah umgelagert.

2.unter normalen Randbedingungen einschließlich Verwertung/Entsorgung

Erläuterungen mit Beispielen zu normalen Randbedingungen:

  • Es waren nur im Tief- und Wasserbau allgemein übliche Maßnahmen zur bauzeitlichen Wasserhaltung und zum bauzeitlichen Hochwassermanagement erforderlich
    (z. B. offene Wasserhaltung, Anlegen eines Umleitungsgerinnes, Errichtung kleiner
    Fangedämme ≤ 2 m Höhe).
  • Durch die Beräumung waren wasser- oder naturschutzrechtliche Schutzgebiete direkt betroffen (z. B. Wasserschutzgebiet, Naturschutzgebiet, FFH- oder SPA-Gebiete), die Maßnahme selbst stellte jedoch keinen erheblichen Eingriff in ein Schutzgebiet dar.
  • Für die Verwertung/Entsorgung waren abfall- und bodenschutzrechtliche Untersuchungen und Genehmigungsverfahren erforderlich, in deren Ergebnis eine ortsferne Verwertung/Entsorgung/Deponierung des Sediments zugelassen wurde.
  • Die Sedimentbergung und -umlagerung erfolgte mit Tiefbautechnik, die speziell für das Vorhaben hergerichtet oder beschafft wurde (z. B. Langarmbagger mit Moorketten, Transportfahrzeuge mit Raupenfahrwerk, Dumper, LKW mit abgedichteter Transportwanne, Tankfahrzeuge).
  • Das Sediment wurde vor dem Transport mit einfachen Verfahren behandelt und/oder entwässert (z. B. Aufhaldung zur Entwässerung mit mehrfacher Umlagerung, Zwischenlagerung in geotextilen Entwässerungsschläuchen, Anlage von Trockenbeeten).
  • Es wurden mittlere Sedimentmengen zwischen 10 Tm³ und 30 Tm³ beräumt, behandelt/entwässert und zum Ort der vorher festgelegten und genehmigten Verwertung/Entsorgung/Deponierung transportiert.

3.unter komplizierten und komplexen Randbedingungen einschließlich Verwertung/Entsorgung

Erläuterungen mit Beispielen zu komplizierten und komplexen Randbedingungen:

  • Es waren gesondert geplante, vorhabensspezifische Maßnahmen zur bauzeitlichen Wasserhaltung und zum bauzeitlichen Hochwassermanagement erforderlich (z. B. dauerhafter Betrieb von Wasserhaltungs- und/oder Überleitungsanlagen mit Großpumpen mit autarker Notstromversorgung, Anlegen großräumiger Gewässerumleitungen in Rohrleitungen und Gerinnen, Abtrennen und Schützen des Beräumungsbereiches durch Spundwände, Fangedämme > 2 m Höhe oder Verwallungen, z. B. mit Big-Bags).
  • Durch die Beräumung waren wasser- oder naturschutzrechtlichen Schutzgebiete direkt betroffen (z. B. Wasserschutzgebiet, Naturschutzgebiet, FFH- oder SPA-Gebiete). Die Maßnahme selbst stellte einen erheblichen Eingriff in ein Schutzgebiet dar (LBP sowie Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen waren erforderlich).
  • Für die Verwertung/Entsorgung waren abfall- und bodenschutzrechtliche Untersuchungen und Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung von Fachgutachtern erforderlich, in deren Ergebnis eine ortsferne Einzelfalllösung zur Verwertung/Entsorgung/Deponierung des Sediments zugelassen wurde.
  • Die Sedimentbergung und -umlagerung erfolgte mit Spezialtechnik, die extra für dieses Vorhaben entwickelt bzw. technisch angepasst oder beschafft wurde (z. B. Amphibienfahrzeuge, Saugbagger und Pumpanlagen zur Nassentnahme des Sediments, Schuten mit Saugeinrichtungen).
  • Das Sediment wurde vor dem Transport mit technisch anspruchsvollen Verfahren behandelt und/oder entwässert (z. B. Entwässerung im Kammerfilterpressen oder Zentrifugen, Zugabe und Einmischung von Chemikalien zur Verbesserung der Entwässerungsneigung oder zur Konditionierung, Planung, Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Behandlung des bei der Entwässerung des Sediments anfallenden Wassers).
  • Es wurden große Sedimentmengen (> 30 Tm³) beräumt, behandelt/entwässert und zum Ort der vorher festgelegten und genehmigten Verwertung/Entsorgung/Deponierung transportiert.

Zu Ziffer 2.1 d) bzw. 2.2 d)
vergleichbare Leistungen auf dem Gebiet des Stahlwasserbaus und der Armaturentechnik

1.einfache Verschlusssysteme oder Armaturen mit einfachen mechanischen bzw. Handantrieben

Hierunter zählen beispielhaft:

  • einfache Verschlüsse des Stahlwasserbaus bis H x B = 2 x 2 m in Schweißkonstruktion mit mechanischen (z. B. Gegengewichte) oder Handantrieben (Windwerk mit Handkurbel) wie z. B. Gleitschütze, Plattenschieber, Rollschütze ohne Aufsatzklappe, Fischbauchklappen,
  • standardisierte Regel- und Absperrarmaturen und Armaturenkombinationen in Rohrleitungen bis DN 800 mit Handantrieb oder einem standardisierten handelsüblichen Elektroantrieb

2.einfache Verschlusssysteme oder Armaturen mit elektrischen oder hydraulischen Antrieben

Hierunter zählen beispielhaft:

  • Verschlüsse des Stahlwasserbaus sowie standardisierte Regel- und Absperrarmaturen und Armaturenkombinationen wie unter Nummer 1 beschrieben, jedoch mit elektrischen oder hydraulischen Antrieben, Vor-Ort-Steurungen und Stellungsanzeigen

3.komplexe Verschlusssysteme oder Armaturen mit elektrischen oder hydraulischen Antrieben und Einbindung in Prozessleitsysteme

Hierunter zählen beispielhaft:

  • Verschlüsse des Stahlwasserbaus mit H x B > 2 x 2 m in Schweiß- oder Nietkonstruktion wie z. B. Gleit- und Rollschütze mit und ohne Aufsatzklappen, Doppelschütze, Segmentverschlüsse, Walzen, Klappen oder Sektorverschlüsse mit elektromechanischen oder hydraulischen Antrieben, automatisierter Antriebssteuerung und Einbindung in Fernwirk- und Prozessleitsysteme,
  • standardisierte Regel- und Absperrarmaturen, Sonderarmaturen (Kegel-, Hohlstrahl-, Ringkolbenventile) und Armaturenkombinationen in Rohrleitungen > DN 800 mit elektromechanischen oder hydraulischen Antrieben, automatisierter Antriebssteuerung und Einbindung in Fernwirk- und Prozessleitsysteme,

Zu Ziffer 2.1 e) bzw. 2.2 e)
vergleichbare Leistungen auf dem Gebiet der Erstausrüstung und/oder Nachrüstung von Stauanlagen mit Messsystemen zur messtechnischen Bauwerksüberwachung

1.einfache Messsysteme mit wenigen Geberarten zur Handmessung

Hierunter zählen beispielhaft:

  • Grundwasser-, Kluftwasser-, Sohlenwasserdruck- und Sickerlinienpegel zur Handmessung (ohne automatisierte Datenerfassung),
  • mechanische 1-, 2- und 3-D-Fugenspaltmesseinrichtungen,
  • Pendellote,
  • Messwehre zur Sickerwasserabflussmessung,
  • Messsysteme zur Erfassung von Wetter- und Klimadaten (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Globalstrahlung, Windrichtung und -geschwindigkeit),
  • einfache und Doppelrohr-Festpunktpfeiler sowie Objektpunkte für geometrisches und trigonometrisches Nivellement und Alignement,
  • Messsysteme zur mechanischen Streckenmessung und zur Messung von Bauwerks-temperaturen sowie zur Messung von Wasserständen und Wasserdrücken (manometrisch)

2.einfache Messsysteme mit wenigen Geberarten und Einbindung im Prozessleitsysteme

Hierunter zählen beispielhaft:

  • Messsysteme wie unter Nummer 1 beschrieben, jedoch mit automatisierter Datener-fassung durch Sonden und Geber mit Datenfernübertragung und Einbindung in Prozessleitsysteme

3.komplexe Messsysteme mit einer hohen Anzahl an verschiedenen Geberarten und Einbindung in Prozessleitsysteme

Hierunter zählen beispielhaft folgende Messsysteme und Messverfahren sowie deren Datenfernübertragung und Einbindung in Prozessleitsysteme:

  • Kombinationen aus Schwimm- und Pendelloten,
  • Porenwasserdruckmesseinrichtungen, Tiefenpegelwasser,
  • Systeme zur Spannungsmessung (Erddruck, Spannungen in Beton und Festgestein),
  • Einfach- und Mehrfach-Extensometermessungen,
  • Invarstabmessungen,
  • hydrostatischen Setzungsmessung,
  • elektromechanische Streckenmessungen,
  • stationäre Präzisionsschlauchwaagemessungen,
  • Schwingungs- und Erschütterungsmesssysteme

Zu Ziffer 2.1 f) bzw. 2.2 f)
vergleichbare Leistungen hydraulischer Bemessung oder Nachrechnung von Hochwasserentlastungsanlagen von Stauanlagen nach DIN 19700:2004-07

1.hydromechanisch einfache Hochwasserentlastungsanlagen für Bemessungshochwasserzuflüsse bis 50 m³/s

Hierunter zählen beispielhaft:

  • normal-, breit- und rundkronige feste Überfälle ohne Verschlüsse und Einbauten in Verbindung mit Sammel- und Schussrinnen,
  • Schachtüberfälle,
  • Dammscharten, Hangentlastungen, Übertrömstrecken und überströmbare Dämme

2.hydromechanisch anspruchsvolle Hochwasserentlastungsanlagen für Bemessungshochwasserzuflüsse über 50 m³/s bis 100 m³/s

Hierunter zählen beispielhaft:

  • alle Arten von Überfälle mit aufgesetzten beweglichen Verschlüssen oder Pfeilern,
  • räumliche Tosbecken und Toskammern

3.komplexe und hydromechanisch anspruchsvolle Hochwasserentlastungsanlagen für Bemessungshochwasserzuflüsse über 100 m³/s

Hierunter zählen beispielhaft:

  • Überfälle mit aufgesetzten beweglichen Verschlüssen und aufgesetzten Pfeilern und außergewöhnlichen Anströmbedingungen,
  • Heberanlagen,
  • Sonderkonstruktionen wie Piano-Key-Wehre und dgl.

Für die Erfüllung des jeweiligen Wertungskriteriums ist es ausreichend, eine der geforderten Referen-zen oder eine der geforderten Referenzen gleichwertige Referenz beizubringen.