30 Jahre Fernwasserversorgung in Ostthüringen

Fernwasser ist in Ostthüringen die wesentliche Säule der Trinkwasserversorgung. Die Thüringer Fernwasserversorgung blickt im Jahr 2022 auf 30 versorgungssichere Jahre zurück. Unter dem Motto „Wasser verbindet“ werden dieses Jahr gleich mehrere Jubiläen begangen. Am 14. Oktober wurde im Rahmen einer Feier denjenigen gedankt, die tagtäglich dafür sorgen, dass das Fernwasser sprichwörtlich läuft – der Belegschaft der Thüringer Fernwasserversorgung in Ostthüringen.

Seit 30 Jahren wird in Zeigerheim Wasser aus Talsperren zu Trinkwasser aufbereitet. Noch vor der Errichtung der Talsperre Leibis/Lichte wurde in den neunziger Jahren bis 2006 in Zeigerheim täglich rund 15 000 Kubikmeter Wasser der Vorsperre Desbach aufbereitet. Zur weiteren Fernwasserversorgung Ostthüringens wurden damals im Mittel weitere 25 000 Kubikmeter in Dörtendorf aus dem Talsperrensystem Weida-Zeulenroda-Lössau aufbereitet und über die bestehenden Netze und Pumpwerke verteilt.

Der stetig steigende Wasserbedarf und sinkende Grundwasservorkommen führten in den 1970er Jahren zu ersten Planungen und Standortuntersuchungen für den Bau einer großen, der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz dienenden Talsperre im Einzugsgebiet der Schwarza. Vor 20 Jahren konnte der Grundstein für die Talsperre Leibis/Lichte gelegt werden. Elf Jahre später erfolgte die behördliche Inbetriebnahmeerlaubnis.

Die damalige Zielstellung war, mit Fertigstellung der Talsperre Leibis/Lichte, die aufwendige und kostenintensive Aufbereitung des Rohwassers aus dem Talsperrensystem Weida-Zeulenroda-Lössau abzulösen und die gesamte Fernwasserversorgung mit Rohwasser aus der Talsperre Leibis/Lichte zu realisieren. Zur Optimierung der Fernwasserversorgung in Ostthüringen konnte die bestehende Infrastruktur genutzt und um weitere Fernwasserleitungen und Pumpwerke erweitert werden. Um die Fernwassermengen für gesamt Ostthüringen in Zeigerheim realisieren zu können, erfolgte eine Erweiterung und Modernisierung des Standorts in den Jahren 2008 bis 2012. Die Maßnahmen wurden damals mit öffentlichen Mitteln des Freistaats Thüringen kofinanziert.

Viele der heutigen Mitarbeitenden waren bereits bei den Anfängen der Fernwasserversorgung in Ostthüringen dabei. Sie waren es, die als junge Ingenieure, Wasserbauer, Wasserversorger oder Elektroniker den Standort in Bad Blankenburg aufgebaut und zum Fernwasserzentrum für Ostthüringen machten. Die Aufgabengebiete sind seitdem durch veränderte Technologien und anspruchsvollere Aufgaben spannend geblieben. Dafür wurde ihnen am 14. Oktober gedankt.

Die Mitarbeitenden des Bereichs Trinkwasser Ostthüringen und an der Talsperre Leibis/Lichte sorgen dafür, dass heute im Mittel täglich 44 000 Kubikmeter weiches Fernwasser das Wasserwerk zur Versorgung der zwölf angeschlossenen Stadt- und Gemeindewerken verlassen. Die Mengen decken den Bedarf von rund 400 000 Menschen. Hauptaugenmerk der Thüringer Fernwasserversorgung liegt vor allem in den Sommermonaten auf dem unterbrechungsfreien 24-Stunden-Betrieb der Anlage bei dauerhaft hohen Aufbereitungsmengen von bis zu 50 000 Kubikmeter.

Versorgungsgebiet und Transport des Wassers

Das Fernleitungsnetz mit einer Leitungslänge von knapp 306 Kilometern und einem Durchmesser von bis zu 1200 Millimetern reicht von Zeigerheim bis in den Raum Altenburg. An 150 Übergabestellen fließt das Wasser in die Versorgungsgebiete. 23 Hoch- und Sammelbehälter sichern mit ihrer Speicherkapazität von rund 110 000 Kubikmetern besonders in Stoßzeiten einen stabilen Netzbetrieb und dienen der Havarievorsorge. Überwacht und gesteuert wird das Leitungsnetz rund um die Uhr von den Mitarbeitenden in der Schaltwarte in der Trinkwasseraufbereitungsanlage Zeigerheim.

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