Überwachungsintensive Phase erfolgreich abgeschlossen
Die erste und zugleich überwachungsintensivste Phase des Abstaus am Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Ratscher konnte erfolgreich abgeschlossen werden. In dieser Phase wurde der Abstau durch ein engmaschiges Monitoring begleitet. Sauerstoffgehalt, Trübung, pH-Wert und weitere Parameter wurden alle 15 Minuten automatisch erfasst und dreimal täglich per Hand gemessen. Dazu gehörten Wasserproben entlang des gesamten Abflusswegs sowie eine kontinuierliche Bewertung der Gewässerdaten. Um jederzeit auf Veränderungen reagieren zu können, stellte die Thüringer Fernwasserversorgung über einen Zeitraum von vier Tagen eine durchgehende 24-Stunden-Besetzung sicher.
Auch die zusätzliche Durchmischung des Wassers durch das Technische Hilfswerk (THW) erzielte die gewünschte Wirkung. Mithilfe von Pumpen wurde sauerstoffreiches Wasser aus den oberflächennahen Bereichen des Stauraums über die Hochwasserentlastungsanlage mit dem sauerstoffärmeren Wasser aus den tieferen Schichten vermischt, das über den Grundablass abgeleitet und anschließend der Schleuse zugeführt wurde.
Innerhalb dieser vier Tagen wurde das angereicherte sauerstoffarme Tiefenwasser fast vollständig abgelassen und der verbliebende Staukörper hat sich erwartungsgemäß vollständig durchmischt. Durch die nun entstandene Strudelwirkung am Grundablasseinlauf (Potentialwirbel) wird das Wasser natürlich vermischt, sodass die aktive Unterstützung durch das THW jetzt eingestellt werden kann.
Seit Beginn der Maßnahme wurden bereits rund 1,05 Millionen Kubikmeter Wasser kontrolliert abgeführt. Der Stauspiegel liegt derzeit bei 10,96 mPN (4.9.2026 10:10Uhr) und wurde seit Beginn des Abstaus bereits um 2,20 Meter abgesenkt.
Die Thüringer Fernwasserversorgung begleitet den Abstau weiterhin engmaschig. Die Wasserqualität wird entlang der Schleuse bis nach Themar ständig online dauerhaft kontrolliert. Alle bisher gemessenen Werte lagen dabei im festgelegten Norm- beziehungsweise Zielbereich. Aufgrund der stabilen Entwicklung der Wasserwerte kann der Umfang der Kontrollen nun schrittweise angepasst werden.
Der weitere Abstau verläuft weiterhin nach Plan. Nach aktuellem Stand wird das reguläre Winterstauziel von 5,9 m PN voraussichtlich Ende September erreicht. Im Anschluss werden die noch ausstehenden Arbeiten an der wasserseitigen Dammböschung fortgesetzt.
Mit Erreichen des Winterstauziels steht das Hochwasserrückhaltebecken Ratscher rechtzeitig für die Aufnahme der winterlichen und frühjährlichen Zuflüsse bereit. Die saisonale Absenkung des Wasserstandes schafft zugleich den notwendigen Rückhalteraum, um mögliche Hochwasserereignisse sicher aufnehmen zu können. Die laufende Sanierung trägt dazu bei, dass das HRB Ratscher seine wichtige Hochwasserschutzfunktion auch künftig zuverlässig und uneingeschränkt erfüllen kann.