Abstau beginnt in diesem Jahr bereits im September
Die umfassende Sanierung des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) Ratscher verläuft planmäßig. Für die noch ausstehenden Arbeiten an der wasserseitigen Dammböschung wird das Becken in diesem Jahr bereits ab dem 1. September und damit einen Monat früher als üblich auf das Winterstauziel abgesenkt. Die Maßnahme schafft das notwendige Zeitfenster, um die witterungsabhängigen Arbeiten vor Beginn der Frostperiode durchzuführen.
Der Abstau wurde eng mit der Oberen und Unteren Wasserbehörde sowie dem anliegenden Campingplatzbetreiber und den Fischzuchtbetreibern abgestimmt. Ziel ist es, die Sanierungsarbeiten abzuschließen und zugleich sicherzustellen, dass das Hochwasserrückhaltebecken in der bevorstehenden Winter- und Frühjahrssaison seine Hochwasserschutzfunktion uneingeschränkt wahrnehmen sowie ab Mitte Februar einsetzenden Zuflüsse wieder aufnehmen kann.
Mit der 2025 begonnenen umfassenden Sanierung des HRB Ratscher sichert die Thüringer Fernwasserversorgung die langfristige Hochwasserschutzfunktion der Anlage. Bereits abgeschlossen sind die wesentlichen wasserstandsabhängigen Arbeiten, die während der abgesenkten Stauhaltung umgesetzt wurden.
Während der diesjährigen Saison konnte die Stauanlage wie gewohnt touristisch genutzt werden. Parallel dazu wurden auf der Dammkrone umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Auf einer Länge von 620 Metern wurden insgesamt 247 Wellenumlenker installiert. Mit ihrer zusätzlichen Höhe von 0,5 Metern verbessern sie den Schutz des Dammes vor Wellenschlag und erfüllen die Anforderungen an einen Hochwasserschutz nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Darüber hinaus werden die Elektroinstallation sowie die Systeme zur Bauwerksüberwachung umfassend erneuert.
Mit dem nun beginnenden Abstau auf das reguläre Winterstauziel werden die noch ausstehenden Arbeiten auf der wasserseitigen Dammböschung umgesetzt. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist für Ende 2026 vorgesehen.
Enges Monitoring begleitet den Abstau
Der Abstau wird durch ein engmaschiges Gewässermonitoring begleitet. Hintergrund sind die aktuellen Bedingungen im Stauraum. Die in den vergangenen Monaten ausbleibenden Frischwasserzuflüsse, die hohen Wassertemperaturen sowie die natürliche Biomasse im Gewässer und zusätzliche nährstoffreiche Einträge haben dazu geführt, dass der Sauerstoffgehalt in den tieferen Wasserschichten weitgehend aufgezehrt ist.
Um mögliche Auswirkungen auf die Gewässerökologie während der intensiven Abstauphase zu minimieren, werden die Wasserwerte im HRB, am Auslass und in der Schleuse mehrmals täglich kontrolliert. Das THW unterstützt bei der Durchmischung des Wassers am Grundablass. Ergänzend erfolgen regelmäßige chemische Analysen. Gemeinsam mit den zuständigen Unteren und Oberen Fachbehörden wurden Schwell- und Handlungswerte festgelegt, an denen sich die Steuerung des Abstaus orientiert.
Ziel ist es, das Wasser kontrolliert und so umweltverträglich wie möglich abzulassen, die verbleibenden Sanierungsarbeiten abzuschließen und gleichzeitig die uneingeschränkte Hochwasserschutzfunktion des Beckens für die kommende Winter- und Frühjahrssaison sicherzustellen.