Angepasste Steuerung der Talsperre stärkt zukünftig weiterhin Versorgungssicherheit und Gewässerökologie

im Hintergrund ist die Staumauer, im Vordergrund ist der gefüllte Stauraum mit blauem Wasser und links und rechts sind die bewaldeten Hänge des Stauraums
Talsperre Leibis/Lichte mit Blick auf die Staumauer, Foto: TFW/Tigges

Die Talsperre Leibis/Lichte ist mit Blick auf das beginnende hydrologische Sommerhalbjahr von Mai bis Oktober solide gefüllt. Aktuell liegt der Stauinhalt bei rund 23,7 Millionen Kubikmeter. Dies entspricht 71,1 Prozent des Sommerstauziels und 148 Prozent der durchschnittlichen jährlichen Wasserentnahme. Damit ist die Trinkwasserversorgung im Ostthüringer Raum für das Jahr 2026 gesichert.

Zentrale Rolle für Trinkwasser und weitere Aufgaben

Aufnahme bei Sonnenschein. Im Vordergrund sind Baumspitzen des Waldes zu sehen, dahinter ist der Ausläufer der Talsperre Leibis Lichte und das obere Becken der Vorsperre Deesbach zu sehen. beide Becken sind mit blauem Wasser gefüllt.
Blick auf die Vorsperre Deesbach, Foto: TFW/Tigges
Die Talsperre Leibis/Lichte ist ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Trinkwasserversorgung und versorgt insbesondere den ostthüringischen Raum mit weichem Trinkwasser. Im Jahresdurchschnitt stellt die Anlage täglich rund 44.000 Kubikmeter Wasser bereit, das in Bad Blankenburg/Zeigerheim aufbereitet und über das Fernwassernetz an die angeschlossenen regionalen Trinkwasserversorger abgegeben wird. Zusätzlich wird täglich eine kleinere Menge von etwa 1.300 Kubikmetern Rohwasser direkt aus der Talsperre an den Zweckverband Rennsteigwasser zur Aufbereitung in Unterweißbach abgegeben. Seit der feierlichen Inbetriebnahme am 12. Mai 2006 erfüllt die Talsperre über 20 Jahre hinweg zuverlässig ihre Aufgaben für Versorgungssicherheit, Hochwasserschutz, regenerative Stromerzeugung, Niedrigwasseraufhöhung und nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Als Jahresspeicher ist die Talsperre Leibis/Lichte langfristig darauf ausgelegt, Wasser aus niederschlags- und abflussreichen Zeiträumen zu speichern und zeitlich versetzt abzugeben. In einzelnen trockenen Jahren kann diese Speicherfunktion somit auch über ein Jahr hinaus wirksam sein. Ein vollständiges Erreichen des Betriebsstauziels von 100 Prozent ist hingegen eher die Ausnahme. Ursache hierfür ist die besondere ökologische Steuerung der Unterwasserabgabe, mit der eine natürliche und gewässerschonende Wasserführung der Lichte und der Schwarza sichergestellt werden soll.

Weiterentwickelte Steuerung für Versorgungssicherheit und Gewässerschutz

Um hohe Talsperrenfüllstände aus dem Winter und Frühjahr auch perspektivisch besser für niederschlagsärmeren Perioden zu sichern, wurde die Steuerung der Talsperre Leibis/Lichte in Abstimmung mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz weiterentwickelt. Die angepasste Betriebsweise beinhaltet einen zeitigeren und schnelleren Wiedereinstau in niederschlags- und abflussreichern Perioden. Damit können seit dem 1. Mai die Zeitfenster für den Einstau gezielt erweitert werden. Gleichzeitig bleibt der Schutz der Flora und Fauna, der Pflanzen- und Tierwelt, in den unterliegenden Gewässerabschnitten von Lichte und Schwarza gewährleistet. Ziel ist es, die wasserwirtschaftliche Flexibilität der Stauanlage für die Versorgungssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig weiterhin den gesetzlichen und ökologischen Anforderungen dauerhaft gerecht zu werden.

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